Weg vom Schichtdienst

Sunrise2015

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21.02.2015
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Hallo liebe "Kollegen", ich bin neu im Forum und habe auch schon etwas gelesen. Wahrscheinlich wiederhole ich auch die Frage aber ich muss sie noch einmal stellen.....noch kurz vorweg: ich bin examinierte Krankenpflegerin und arbeite aber im Pflegeheim! Zur Zeit noch auf Vollzeit. Nun wissen wir alle, welchem Druck wir jeden Tag ausgesetzt sind und irgendwie schaffe ich es nicht mehr! Ich habe bzw. MUSSTE jetzt eine FB zur Hygienebeauftragten machen...dafür muss ich eine Hausarbeit schreiben, die ich nur auf der Arbeit erledigen kann (bekomme aber keine Zeit dafür! ). Genauso wie den anderen Schreibkram den man als Fachkraft erledigen muss!

Aber auch Privat habe ich durch meinen Job und dem Schichtdienst große Probleme! Meine Beziehung zu meinem Mann wird immer schlechter "du bist nie zu Hause", "du musst immer an Wochenenden arbeiten", "du bist völlig neben der Spur", "ständig musst du einspringen" usw....

Ich schaffe es auch psychisch irgendwie nicht mehr....meine Bewohner nerven mich, sie regen mich jeden Tag aufs Neue auf...ich kann das genörgel nicht mehr ertragen und ich werd innerlich total gleichgültig und auch aggressiv! Es macht mir einfach keinen Spaß mehr zu pflegen!

Eine Umschulung geht nicht....neue Ausbildung kann ich mir nicht "leisten"...Tagespflege wäre mein Traum aber wissen wir ja alle wie schlecht man da ran kommt! :(
Gibt es sonst alternativen?

Sorry wegen dem langen Text...
 
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Über die Suche findest du gaaaanz viel zu dem Thema :daumen:
 
FB in Vollzeit ist hart, dass Du an Deine Grenzen angelangt bist - kann ich nachvollziehen.
Warum Du allerdings weiter einspringst - check ich nicht. Selbstschutzmechanismen versagen wohl recht deutlich.
Warum machst das denn...
Wie soll es denn weitergehen, nach der FB, als Beauftragte, geplanter Umfang?
Nebenbei, wie jetzt auch, sprich Doppelbelastung volle Verantwortung auf Station UND Faktor xy für das Thema Hygiene?
Oder ist ein Teil Deiner Arbeitszeit künftig dafür vorgesehen...ein möglicher Lichtblick?
Wennst eh schon überlegst, was spricht gegen eine zeitlich begrenzte Reduzierung der Stunden?
Stösst mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit nicht auf Begeisterung, aber wenn Du nicht mehr kannst....musst für Dich überlegen was wenigstens kurzfristig Besserung bringen könnte. Dann sehen, ob das ausreicht, oder eben nicht.
Vom Umfang her entspricht Deine FB in etwa meiner - welche ich als Teilzeit gemacht habe. Mit etwa 29h/ Woche, bei einer 5-Tage-Woche. Das war o.k.
Die von der Schule veranschlagten Stunden fürs lernen - haben bei weitem nicht ausgereicht für den Lernstoff im Unterricht.
Die Facharbeit - war damit ebenfalls komplett mein Freizeitspaß, aber ich muss auch sagen, dass mir das Spaß gemacht hat, phasenweise. Irgendwann dann nicht mehr, dann wurd's nervig. :wut: Aber irgendwo muss da dann auch mal Schluss sein. Auch wenn's schwer fällt.

Wenn ich so überleg, Tagespflege bei mir in der Umgebung...vor ein paar Jahren - gab es sie noch gar nicht. Inzwischen sind es sogar mehrere Anbieter. Vielleicht tut sich ja bei Dir auch was, wer weiß.
 
Hier werden zur Zeit jede Menge Tagespflegeeinrichtungen eröffnet. Ich arbeite als Krankenschwester auch seit einiger Zeit in der Tagespflege. Eine freie Stelle zu finden ist nicht das Problem, aber man muss sich darüber im klaren sein, daß das nur halbe Stellen sind.Weiß nicht, ob dir der Verdienst reichen würde.Zuschläge für Schicht/Wochenend -und Feiertagsdienst entfallen in der Tagespflege ja auch. Wenn dich die Bewohner nerven, bist du in der Tagespflege sicher fehl am Platz, denn 98 % aller Gäste sind dement und du bist nahezu ununterbrochen mit ihnen zusammen.
 
Aber auch Privat habe ich durch meinen Job und dem Schichtdienst große Probleme! Meine Beziehung zu meinem Mann wird immer schlechter "du bist nie zu Hause", "du musst immer an Wochenenden arbeiten", "du bist völlig neben der Spur", "ständig musst du einspringen" usw....

Ich schaffe es auch psychisch irgendwie nicht mehr....meine Bewohner nerven mich, sie regen mich jeden Tag aufs Neue auf...ich kann das genörgel nicht mehr ertragen und ich werd innerlich total gleichgültig und auch aggressiv! Es macht mir einfach keinen Spaß mehr zu pflegen!
Ich will sicher keine Ferndiagnose stellen, aber: Wenn das nicht nur ein augenblickliches Tief ist, solltest Du Dir in diesem Punkt dringend Hilfe holen. Hast Du schon mit Deinem Arzt darüber gesprochen?
 
Wenn du nicht mehr arbeitsfähig bist, weil du psychisch gesehen zu sehr belastet bist, dann würde ich in den Krankenstand gehen.

Warum sollst du finanzielle Einbussen hinnehmen, weil es bei euch so enorm stressig ist, dass du reduzieren mußt? Nimm dir erst einmal eine Auszeit um zu regenerieren. Dann lerne Nein sagen. das hilft schon ungemein, weil du berechenbarer frei hast.

Wenn du wirklich derart stark belastet bist, dass du nicht mehr regenerieren kann, könnte man auch über eine Umschulung nachdenken. Kostenträger wäre dann z.B. die DRV, denn denen ist sehr daran gelegen, dass du wieder arbeiten kannst und finanzieren lieber solch eine Umschulung, als das sie eine Erwerbsminderungsrente zahlen.

Aber von dir aus jetzt stundenmäßig zurück stecken, mit den finanziellen Einbußen, halte ich für falsch. Damit trägst du nämlich das Risiko, z.B: wenn du noch weiter zurückstecken mußt. Krankengeld wird dann nämlich nicht mehr aus Sicht der Vollzeitstelle gezahlt. Da Krankengeld schon 30% niedriger ist als dein Verdienst, summiert sich das ganz schön.
 
Was spricht denn genau gegen eine Umschulung? z.B: zur Stomatherapeutin? Du könntest dich ja deswegen auch eher Fortbilden lassen? Gibt es eine Möglichkeit, dass du in absehbarer Zeit vielleicht befördert wirst? Ich hab ziemlich viel dazu in diesem Artikel gelesen. Vielleicht hilft er dir ja auch weiter!?!
 
hört sich ziemlich nach burn out an. geh zum doc und lass dich krank schreiben, was anderes hilft da nicht, du musst erst mal raus aus der umgebung und zwar nicht ne woche sondern mindestens mal 6-8. red mit dem hausarzt deines vertrauens und erzähl ihm dass genau so. evtl kann man auch medikamentös was machen, das es dir wieder besser geht.. (p-konsil)

gute besserung, trifft uns alle mal. wird auch wieder besser ;)
 
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@FLORA.BLEIBT, was die Krankschreibung angeht bin ich ganz bei dir.
Nimm es mir nicht übel aber wenn du nun die "Diagnose" burn out (also eine depressive Episode, akute Belastungsreaktion, Anpassunfsstörung o.ä.) in den "Raum" wirfst möchte ich mich doch gegen deinen letzten Satz aussprechen - das haben wir nicht "alle mal".
Hier ist es durchaus wichtig zu unterscheiden ob man gerade i.R. einer Krise "einfach mal durchhängt", sich tagelang erschöpft und antriebslos fühlt (denn das haben wir wahrscheinlich wirklich alle mal) oder ob wir von einer ernstzunehmenden, behandlungsbedürftigen psychiatrischen Diagnose sprechen (die wir sicher nicht alle mal haben).

@Sunrise: ich schließe mich da der Mehrheit an, lass erstmal beim Arzt checken ob das aktuell "eine Phase" ist oder ob man hier schon von einer Depression sprechen kann. Ferner die Idee Tagespflege ist sicherlich gut - geregelte Arbeitszeiten stellen für manch einen (und seinen Partner) schonmal eine enorme Entlastung dar...
Alles Gute für Dich!
 
ok nicht alle, aber so ziemlich alle.. volkskrankheit nummer eins. und so ziemlich jeder macht mal so ne phase durch, klar in unterschiedlichster ausprägung.. der eine kommt besser klar der andere nicht...
 
An Hinweisen wie denn die letzten 6 Monate verlaufen sind, seitdem sunrise hier ihre Sorgen geschildert hat - wär ich auch interessiert. Ich hoffe und wünsche, dass sich die Lage inzwischen stabilisiert, sich einiges verändert hat.
Melde Dich doch mal :wavey:
 

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