Regeln
Hallo!
Danke, Elisabeth, für deinen Beitrag. Wie immer hast du es auf den punkt gebracht. Ich habe letztes Jahr im April mein Examen gemacht und mich haben damals schon die Leute aufgeregt, die für alles ein spezielles Schema brauchten. Wieso kann eigentlich kaum noch jemand "pflegen"? Was soll überhaupt die Frage? Man kann sie einfach nicht beantworten, denn Ziel sollte sein, individuell und bedürfnisorientiert zu pflegen. Und nicht nach einem speziellen Schema. Was bringt es, wenn ich hier schreibe, dass ich das Kind baden würde? Unter gewissen Umständen würde ich das wahrscheinlich tun, aber unter vielen Umständen eben auch nicht. Man muss eben einfach Prioritäten setzen. Und wenn ein Frühgeborenes z.B. eine enorme Trinkschwäche hat, wieso sollte ich es dann überhaupt baden? Reicht es dann nicht, das Kind zu füttern, wickeln und wiegen? Nein, weil es ja Examen ist und die Dozenten / Prüfer sehen sollen und wollen, was ich kann, richtig? Falsch! Sie wollen sehen, dass ich situationsgerecht und individuell reagieren kann! Was auch immer ich mit dem Kind mache. In welcher Reihenfolge ich nun das Baby trockenlege und die Temperatur messe, muss ich doch für mich selbst wissen. Lustig finde ich auch immer diejenigen, die Vitalwerte ermitteln, aber keine Konsequenzen daraus ziehen. Es handelt sich in der Pflege um Patienten, um Menschen, kleine oder große, die Unterstützung benötigen und gefördert werden wollen, nicht um Dinge, mit denen ich tun kann, was mir gerade gefällt. Es ist doch eigentlich ganz einfach: Man versetzt sich in das Baby und tut dann genau das mit ihm, was man erwarten würde, wenn man selbst das FG wäre. Wer das nicht verstanden hat, tut mir sehr leid und hat irgenwas grundsätzliches noch nicht begriffen. Empathie ist hier das Schlagwort.
Herzlichst,
tanni