Ausbildung in einer Rehaklinik?

pilzfee1992

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Hallo Leute :)

Ich möchte gerne eine Ausbildung zur GuK machen,hab aber arge Zweifel ,ob ich dafür geeignet bin.

Ich hatte schonmal ein 4-wöchiges Praktikum gemacht.
Auf der Inneren.Dort sind viele Patienten gestorben und das war das,mit dem ich nicht klar kam.
Ich bin ein Mensch,der für aktive Sterbehilfe ist und ich empfand es als sehr schlimm,Menschen das Leben verlängern zu müssen,die sterben WOLLTEN.
Auch Menschen bei denen klar war,dass Sie das Krankenhaus nicht lebend verlassen werden mussten bis zum bitteren Ende durchhalten.

Meine Frage wäre jetzt:Macht es so überhaupt Sinn diese Ausbildung zu machen?
Ich hatte gehofft ,das zu umgehen,indem ich in einer Rehaklinik anfange....der Umgang mit den Patienten hat mir Spaß gemacht und Medizin(allem voran die Orthopädie)interessiert mich sehr.

Lg die Pilz
 
du wirst in diesem beruf immer wieder mit dem thema tod konfrontiert werden, auch in einer rehaklinik. du wirst auch immer wieder situationen erleben in denen du mit therapieentscheidungen deiner ärzte nicht zufrieden oder im einklang bist oder sogar völlig anderer meinung bist... dass ist im prinzip auch ok, man soll und darf seine eigene meinung haben und diese auch mit den ärzten sachlich diskutieren. letztendlich wird aber immer der arzt die therapie angeben und du hast dich zu fügen.. dass musst du akzeptieren bzw. lernen, auch wenns dir mal gegen den strich geht, dass is halt so... deswegen die Ausbildung in einer rehaklinik zu machen halte ich für den falschen weg. bei der auswahl des ausbildungsplatzes sollten noch andere faktoren eine rolle spielen..

viel erfolg!!
 
Das wird so nicht funktionieren.

Du machst die Ausbildung an einer Berufsfachschule für Gesundheits- und Krankenpflege und durchläufst praktische Einsätze in einer Reihe von Fachdisziplinen. Orthopädie muss nicht dabei sein, Innere Medizin dagegen ist einer von vielen Pflichteinsätzen. Es wird unumgänglich sein, dass Du wieder mit Schwerstkranken und Sterbenden in Kontakt kommst. 80% der Menschen in Deutschland sterben in Krankenhäusern oder Altenheimen.

Krankenpflegeschüler werden unweigerlich mit dem Tod konfrontiert und müssen - möglichst mit Unterstützung - lernen, damit umzugehen. Aktive Sterbehilfe jedoch ist in Deutschland weiterhin verboten, der bisher nicht strafbar assistierte Suizid jetzt (mit wenigen Ausnahmen) ebenfalls. Zudem will nicht jeder Mensch diesen Weg wählen. Du wirst sicher auch Patienten begegnen, die nicht sterben möchten, aber den Kampf dennoch verlieren.

Ich kann Dir nicht sagen, ob Du für die Ausbildung geeignet bist, aber ich kann Dir sagen, dass es unmöglich ist, während der Ausbildung dem Kontakt mit Schwerstkranken, Sterbenden und ihren Familien auszuweichen.
 
Danke für die schnellen und ehrlichen Antworten !

Zwischen "nur in der Ausbildung" und "immer wider" liegt halt der Unterschied.
Und ich versuche halt einen Bereich zu finden,der nicht so "schlimm" wie die Innere ist.
Ich versuche etwas zu finden,wo ich halt den Menschen helfen kann,ihr leben besser weiterzuleben oder wo ich halt zur Heilung beitragen kann.
Innere war für mich so,wie ich mir ein Hospiz vorstelle.
80 % der Leute haben die Station nicht verlassen.Viele waren nicht mehr ansprechbar und 2 haben mich gebeten ihr Leben zu beenden.Deshalb habe ich das Praktikum nach nur 4 Wochen beendet.

Mir ist klar,dass ich das nie vollständig umgehen kann.
Ich frage mich halt nur,ob man nach der Ausbildung dann in eine Abteilung wechseln kann,wo das nicht so arg ist?
Vllt sollte ich dazu noch sagen,dass ich eine Alternative zur Physiotherapie-Ausbildung suche und mir dachte,dass ich in einer orthopädischen Rehaklinik dann ähnliche Patientenfälle hätte.

Lg die Pilz
 
Nach der Ausbildung kannst Du Dich auf einen bestimmten Fachbereich bewerben, der Dich interessiert. Zurzeit hat man da auch die Auswahl; das war nicht immer so, aber wer örtlich flexibel ist, der findet sicher was in seinem Wunschbereich.

Zuvor jedoch musst durch drei Jahre Ausbildung und wirst dann nicht die Möglichkeit haben, nach vier Wochen hinzuschmeißen - jedenfalls nicht, wenn Du einen Berufsabschluss möchtest. Davonlaufen wird nicht gehen. Du wirst Dich mit dem Sterben und Deinen Gefühlen diesbezüglich auseinander setzen müssen. Im Moment scheinst Du eher davonzulaufen - verständlich nach Deinen Erlebnissen, aber weder machbar noch sinnvoll, wenn Du in der Pflege arbeiten möchtest.

Es gibt viele Bereiche auch der Inneren Medizin, in denen zur Heilung oder zumindest zur besseren Lebensqualität beigetragen werden kann. Letzteres ist auch das Ziel eines Hospizes; Deine Vorstellung davon erschreckt mich gerade sehr... "Schlimm" ist relativ. Für mich z.B. war der Einsatz in der Psychiatrie sehr belastend.


Ich hatte einen Ausbildungseinsatz in einem Rehazentrum für Querschnittsgelähmte. War ein schönes Arbeiten, weil die Patienten über Monate blieben und man sich gut kannte. Aber die Pflegekräfte hatten nicht die Zeit und die Möglichkeit, die Aufgaben der Physiotherapeuten zu übernehmen. Sie hatten mit Grund- und Behandlungspflege mehr als genug zu tun.

Warum nicht Physiotherapie, wenn Dich dies interessiert?
 
Also sämtliche schulischen Ausbildungen gehen nicht....ich kann mir das nicht leisten.Ich hab mittlerweile auch keine lebenden Verwandten mehr,die mich unterstützen könnten,außer meiner Mutter,aber die hat selber nur Mindestlohn.
Ich konnte auch nach dem Abi keine physiotherapie machen,weil meine Mutter alleinstehend ist,Oma,Opa und Onkel sind alle 3 schon tot.
Und zur Familie des Vaters kein Kontakt.
Unterhalt bekomme ich nicht,weil mein Vater auf seine Haushälfte verzichtet hatte und er ist glaube ich mittlerweile wegen Krankheit auch berufsunfähig

Deshalb die Hoffnung ,dass ich mit Krankenschwester auf einer Station arbeiten könnte,wo ich mit dem Bewegungsapparat des Menschen und dessen Krankheitsbildern zu tun gehabt hätte

Ich MÖCHTE mich auch damit auseinandersetzen!
Ich weiß halt nur nich ob ichs schaffe.
Ich frage mich halt ,ob ich für den Beruf zu sensibel bin und wenn ich das bin,ob ich das los werden kann.
Ich bin mir unsicher ob das mit der Zeit halt kommt,dass man sowas nicht mehr so arg an sich ran lässt.
 
Von allein kommt das nicht. Das ist ein Prozess, der auch nicht immer ohne Hilfe vonstatten geht.

Du scheinst eine "schwarze" Phase auf der Station erwischt zu haben. 80% Sterbefälle sind nicht Alltag, aber kommen ab und zu vor.

Wie bist Du von Station betreut worden? Hast Du Dich mit den Pflegekräften unterhalten, hast du ihnen gesagt, wie Du Dich fühlst? Hast Du sie gefragt, wie sie mit solchen Situationen umgehen?

Und ist der Umgang mit Sterbenden der einzige Negativpunkt? Interessiert Dich der Bereich der Pflege an sich?
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo,

Wie schon gesagt, eine Ausbildung, oder ein auch ein späteres Arbeitsleben, dass das Sterben komplett ausschließt gibt es nicht.
Natürlich gibt es Bereiche in denen weniger gestorben wird. (nach der Ausbildung).

Die Fragen von Claudia finde ich ebenfalls sehr interssant und wichtig. Wie bist du in dieser Situation betreut wurden?
Du beschreibst das Sterben, wie du es dort erlebt hast, als etwas ganz grausames.
Und ich weiß nicht ob es nur daran liegt, dass du (zumindest zur Zeit) nicht gut zurecht kommst mit dem Thema Sterben oder ob du einfach sehr schlecht betreut wurdest und es für dich schwer das ganze einzuordnen und für dich zu verarbeiten.

Welche Seiten hast du an dem Sterben auf dieser Station wahrgenommen?
Welche Aufgaben hast du auf Seite der Pflegenden gesehen?

Was deinem Eingangspost sehr stark herauskommt, oder besser gesagt, was ich daraus lese, ist das du vor allem mit der Art WIE die Menschen gestorben sind Schwierigkeiten bereitet hat.
Du sagst du bist für die aktive Sterbehilfe? Wie begründest du das?
Vermutlich leiden vermindern usw.?
Ich finde auch den Vergleich den du zum Hospiz ziehst ganz schrecklich. Ich glaube nicht das du jemals in einem Hospiz gearbeitet hast? Niemand versucht dort das Leben künstlich zu verlängern.
Aktive Sterbehilfe ist nun in Deutschland verboten, das kannst du nicht ändern.
Aber meinst du nicht, dass gerade die Pflegenden sehr sehr viel positiv auf Sterbende Menschen eingehen können.
Du sagst, du hast erlebt manche Menschen wollten nicht mehr.
Was gibt es nun für Möglichkeiten? Aktive Sterbehilfe gibt es in DE nicht. Aber z.B. gerade in Hospizen ist es das Ziel das leiden so weit es geht zu lindern und die Menschen dort in den Tod zu begleiten und nicht davon abhalten zu sterben. Es ist Ziel diese Phase für die Sterbenden so wenig schlimm wie möglich zu gestalten.
Also eigentlich ganz ähnliches Ziel, wie das was du wohl nennen würdest wenn du die aktive Sterbehilfe benennst.

Du siehst also:
Das Sterben ist nichts was immer versucht wird zu verhindern oder zu verlängern. Das ist nicht zwingend Ziel. Auch nicht immer Ziel der Medizin oder Pflege. (wenn eben nicht möglich oder nicht gewünscht)

Ob du die Ausbildung machen willst oder nicht, das kannst nur du entscheiden.
Aber das Thema Sterben in diesem Beruf ausblenden halte ich für sehr schwierig. Denn wenn es für dich so schlimm war, dass du nach 4 Wochen gehen musstest, meinst du dann du schaffst 3 Jahre lang.
Bist zwar keine 3 Jahre auf einer Station. Aber teilweise für mehrere Monaten unter anderem auch im Hospiz oder palliativstation.

Was wäre denn eine Alternative?
Wann würdest du die Ausbildung anfangen wollen?
 
Huhu und danke für die hilfe!

Ja die sache mit dem sterben ist eigentlich der einzige punkt mit dem ich nicht klar kam.

Das mit der station lief...eher nicht so gut.
Ich fand keinen punkt an dem ich mich mit den leuten dort unterhalten konnte.chefin war krank und noch 2 andere kollegen und es war sehr stressig.
Zeit für erklärungen oder hilfe war da nicht viel.
Als beispiel:ich sollte eine ältere dame füttern.mit schnabeltasse.sie war auch ganz schlecht zu verstehen und sie wollte weder trinken noch essen.
Also sie war bettlägerig und konnte sich wirklich fast gar nicht mehr bewegen.
Sie hat dann immer den kopf weggedreht ,wenn ich sie füttern wollte und ich hab sie gefragt warum.
Ich war ne halbe stunde in dem zimmer um zu verstehen was sie sagen wollte.naja sie sagte:ich will endlich sterben.
Das hab ich einer schwester erzählt und diese ging genervt ins zimmer der dame und fütterte sie dann...gewaltsam.ich finde da wirklich kein wort dafür.
Die ältere dame hat sich natürlich verschluckt und die kollegin ging ausm zimmer mit den worten:na dann verhungert se halt.
Und das war halt nicht die ausnahme.
Gerade weil viele menschen in diesem zustand waren.
Ich wusste dann nicht ,wie ich mit menschen umgehen sollte,die mir sagen,dass sie sterben wollen.
Einer der Azubis hatte mit mir darüber geredet und er meinte,dass man sich daran gewöhne,dass es ihm auch schwer viel,aber das dann irgendwann zum alltag wird.
Die patienten bei denen dann klar war,dass sie sterben würden,wurden dann alle in so ein.....sterbezimmer?gebracht(also nen normales krankenzimmer was halt grad leer stand)und sich dann sich selbst überlassen.
Also ich glaube die meisten patienten,haben sowiso nichts mehr wahrgenommen,aber ich hatte halt nicht mit sowas gerechnet.ich weiß eigentlich gar nicht was ich gedacht hatte,wo die leute sonst sterben sollen.mit einem patienten in einem zimmer lassen,dem es "gut geht" ist ja auch keine lösung.

Was ich auch schlimm fand war zb eine ältere dame.90 jahre und tatsächlich zum 1. mal in ihrem leben im krankenhaus und die hatte eine heidenangst.die hat sich mit mir unterhalten und das schien sie auch sehr zu beruhigen und dann war ich glaub ich dummerweise 20 minuten dort in dem zimmer.naja irgendwie war die andere kollegin dann sauer ,weil ich hätte pause machen sollen und das nich mitbekommen hab,weil ich bei der patientin war und ich wurde dann raus zitiert und die ältere dame hat dann fast flehentlich gesagt:bleiben sie doch bitte hier.naja ging ja nicht :/und da wusste ich auch nich,wie ich die situation regeln sollte :/.

Was die aktive sterbehilfe angeht:ja.leiden vermindern.
Es gibt patienten,die wollen nicht mehr und die warten wirklich nur auf den tod.
Eine dame quälte sich ganze 2 wochen,bis sie endlich gehen durfte.
Ein junger mann ebenfalls.er war alkoholiker und hatte bauchspeicheldrüsenkrebs,der auch gestreut hatte.auch er lag eine woche mit leerem blick im "sterbezimmer".ich weiß nicht ob er noch was wahrnahm oder nicht :(

Mit dem hospiz war nicht gemeint,WIE die leute sterben,sondern dass so viele sterben.mir war das einfach nicht bewusst,dass die meisten auf dieser station halt sterben.
Ich denke das sterben im hospiz ist ganz anders als dort,wo ich war.

Ich weiß wirklich nicht ,ob ich das schaffe.
Vielleicht war ich damals zu jung oder der tod der großeltern noch zu frisch oder die betreuung war wirklich nicht so,wie sie hätte sein sollen oder ich bin doch nicht geeignet für diesen beruf. :(

Als echte alternativen würde ich altenpflegerin oder orthopädietechnik-mechanikerin in betracht ziehen.
Alles andere,was in frage käme sind schulische ausbildungen :/

Omg is das lang.wenn das überhaupt jemand liest ><
 
So, wie sich das liest, ist sowohl die Betreuung der sterbenden Patienten als auch die Deine eher suboptimal gelaufen (um es vorsichtig auszudrücken). Die Verlegung in ein Einzelzimmer ist sicherlich sinnvoll, im Interesse der anderen Patienten und auch im Interesse begleitender Angehöriger, die dann länger bleiben können, ohne zu stören. Gewaltsam Nahrung einzugeben ist unter aller Kanone. Dass Dir dieser Umgang Probleme macht, ist mehr als verständlich. Daraus würde ich nicht auf eine mangelnde Eignung schließen.

In der Altenpflege wirst Du auch mit Sterbenden konfrontiert werden und sicher auch mit alten Menschen, die keinen Sinn mehr im Leben sehen. Insofern würde dies Dein Problem nicht ändern.

Wie lange ist dieses Praktikum her? Wie alt bist Du heute? Würdest Du Dich heute in dieser Situation ebenso hilflos fühlen, oder könntest Du Dir Mittel und Wege denken, die Betreuung zu verbessern? (Damit meine ich keinesfalls aktive Sterbehilfe). Wie würdest Du heute handeln, kannst Du Dir das vorstellen? Oder brauchst Du noch Unterstützung, um das Erlebte zu verarbeiten?
 

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