Massiver Vertrauensverlust bei den Kollegen

Isidor

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08.02.2012
Beiträge
181
Beruf
Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin
Akt. Einsatzbereich
Amt
Hallo allerseits,

ich bin seit 2 Jahre GuKK und arbeite seit 15 Monate auf eine Neonatologie und Kinderintensiv, habe mich auf eigene wünsch dorthin versetzten lassen.
Mein jetzigen Arbeitgeber ist eine Leihfirma. Meinen Arbeitsvertrag mit der Leihfirma habe ich ordnungsgemäß im Mai dieses Jahres gekündigt, in Absprache mit der jetzige Station. Habe sofort ein neuen Arbeitsvertrag mit der Klinik bekommen, der ab 01.10.2017 gültig ist (TvÖd).
Habe im Züge dessen um einen qualifizierten Arbeitszeugnis gebeten für meinen Lebenslauf.
Um meine Bewertung zu besprechen, bin ich am letzen Donnerstag von meine Stationsleitung vom Dienst weg geholt worden.
Meine Bewertung beläuft sich auf eine 4. Es kamen sehr viele überraschende negative Informationen und Vorwürfen, das Gespräch hat sich innerhalb von Sekunden so entwickelt das ich nicht mehr wusste was jetzt geschieht. Es gibt wohl keine Beweise außer Aussagen von(einige?) Kollegen.
Für mich überwiegt der Wortwörtliche ausgebrochenen massiven Vertrauensverlust, ich finde es vernichtend. Ohne Vertrauen von meinen Kollegen kann ich nicht sicher und effizient arbeiten.
Am ende des Gespräches habe ich meinen Dienst weiter verrichtet bis zum Feierabend. Ich stand sehr unter Druck, habe mich vor jeder Tätigkeit rückversichert bei eine Anwesende Kollegin und fühlte mich wie eine Schülerin im ersten Einsatz.

Mir geht es jetzt primär darum, ob es zulässig ist das man mich wochenlang an kleinsten Frühchen arbeiten lässt ohne das man mich sofort oder spätestens nach einen zweiten Fehlverhalten darauf unmissverständlich aufmerksam macht.
Auch möchte ich gerne wissen ob die SL oder PDL unter dieser umstände mich zur Arbeit auf dieser Station weiterhin zwingen kann.

Mir sind dieser Vorwürfe vor dem Gespräch nie herangetragen worden. Wenn es mal eine Rückmeldung gab, ist es nie angesprochen worden.
Am Mittwoch (Einen Tag vor dem SL Gespräch) hatte ich ein Anleitertag wovon überhaupt keiner von den Vorwürfen zu Sprache kam. Und ich habe dieser Kollegin abends (Donnerstag nach dem Dienst kam die Kollegin zur Nacht) explizit nochmals darauf angesprochen. Sie hat es verneint, sie hat nur das weitergegeben was wir besprochen haben.
Das erste Mitarbeitergespräch mit der SL gab es circa 6 Wochen nach Dienstbeginn. Seitdem gab es kein Gespräch. Ich hab kein Bedarf gehabt und sie anscheinend auch nicht (?).

Zur Zeit habe ich eine Woche Urlaub, leider muss ich sagen, weil ich den Urlaub überhaupt nicht geniessen kann. Anderseits ist es gut das ich jetzt Zeit habe um mich zu kümmern.

Die Bewertung habe ich bereits schriftlich und per Einschreiben Wiederrufen.
Der Betriebsrat habe ich am Freitag informiert. Mein Verdi Bezirk werde ich morgen kontaktieren, am Freitag war keine mehr zu erreichen.
Bis morgen ist es aber noch lange, deswegen wollte ich einfach hier mal nachfragen was es für Möglichkeiten für mich gibt und welcher Erfahrungen einige von euch vielleicht schon mal gemacht habt.

Ich mache mir große Vorwürfe selbst und Gedanken wie das so weit kommen konnte. Ich wundere mich über Arbeitskollegen die mich nicht persönlich ansprechen, habe die letzen Nächte ganz schlecht geschlafen. Als Berufsanfängerin ist es einfach vernichtend.

Ich bin immer flexibel gewesen, bis auf die letzen zwei Wochen wo jemanden aus mein engsten Familienkreis erkrankt ist und meine Hilfe gebraucht hat. Deswegen habe ich einige Anfragen zum Einspringen oder tauschen nicht übernehmen können. Allerdings bezweifle ich das dies der Auslöser der Misere sei.
 
Um es deutlich zu haben:

Du hast ein Arbeitszeugnis bekommen und dies mündlich besprochen. Aus diesem Gespräch resultiert deine oder eure (?) Einschätzung, dass dies einer 4 entspricht?

Wenn das Zeugnis so schlecht ist, wie geschehen anzeigen und um.Korrektur bitten. BR ist OK.

Verdi wohl erst im nächsten Schritt, aber wie du magst.

Im worst case: Anwalt. Für eine 4 ist schon eine gute Begründung notwendig.


Edit: Das Zeugnis hat dein Einsatzort ausgestellt? Die, bei denen du demnächst als Arbeitnehmer beschäftigt bist?
 
Hallo Maniac,

Das Zeugnis wird von der Leihfirma ausgestellt. Die Bewertung dafür entspricht eine 4. Die Bewertung wird an die Leihfirma weitergeleitet damit Sie mir das Zeugnis ausstellen.
Was mündlich besprochen wurde ist die Bewertung gewesen, und die wird ähnlich wie Schulnoten gestalten.

Maniac, und was mache ich wenn ich zurück auf Station muss?
 
Edit: Das Zeugnis hat dein Einsatzort ausgestellt? Die, bei denen du demnächst als Arbeitnehmer beschäftigt bist?

Ja, genauso ist es. Die Klinik wo ich ausgeliehen bin und mich ab 01.10. übernehmen will/wollte. Sie haben die Bewertung erstellt, bzw. die SL hat es aufgeschrieben und es mir im Gespräch mitgeteilt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Du wirst doch dafür bezahlt.
Ansonsten sprich mit deinem AG. Wobei der wahrscheinlich auch nicht gut auf dich zu sprechen ist, wo du dich gerade hast abwerben lassen ;)
Vielleicht gibt es aber auch ne hohe Strafzahlung und er ist ganz froh...

Als 1. Würde ich mal die Pdl fragen, wie sich erklärt, dass sie dich übernehmen will, wenn du doch einer der schlechtesten Mitarbeiter sein sollst.

Letztlich musst du das offizielle Zeugnis abwarten.
 
Und was ist mit den ausgesprochen Misstrauen der Kollegen? Da ich nicht weiß aus welcher Richtung das kommt muss ich ständig auf der Hut sein und kann vor allem keine Hilfe für andere sein wenn kein Vertrauen da ist. Wie soll ich für eine Kollegin eine Antibiotika richten wenn ich dessen vertrauen nicht habe? Muss ich alles zusätzlich abfotografieren und dokumentieren?
Hinzu kommt noch das ich noch in die Anleitungsphase bin. Mehr fehlt noch sehr viel wissen und sehr viel Erfahrung. Das heißt das ich wiederum unbedingt die Hilfe und das Vertrauen meine erfahren Kollegen brauche...
 
Du bist doch schon 15 Monate da?

Mach halt nur das, wofür du verantwortlich zeichnest.

Wenn dir jemand nicht vertraut, wird er dir wohl nur entsprechendes zuweisen.
 
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