Das hast Du richtig verstanden. So ist es auch - von meiner Warte aus - absolut okay. Über Dicke lästern kommt für mich gar nicht in Frage, sehe ja selbst aus wie ein kleines Nilpferd.littlejess schrieb:Hey,
ein bisschen lästern? In welchen Rahmen? Also ich versteh dich so, dass du nicht über des Patienten Unheil lästerst, das find ich in Ordnung.
Nachdem der Patient vollkommen klar war und alle seine Sinne beisammen hatte, habe ich mich beim Stationsarzt beschwert (mit zwei vollkommen entsetzten Mitpatienten als Zeugen), der hat's bei nächster Gelegenheit dem Chefarzt erzählt und dreißig Minuten später stand dieser Patient vor der Tür - rausgeschmissen vom Chefarzt persönlich.Ist schwierig, wenn ein Patient mich so beschimpfen würde, würde ich auch nicht wissen was ich tun soll, vielleicht mit den Kollegen darüber sprechen??!! Was hast du gemacht danach?
Aber nicht immer hat man soviel Rückhalt. Ich habe es auf anderen Stationen erlebt, dass richtig heftig fummelnde Patienten wie rohe Eier behandelt wurden - und wir als Schwestern die Anweisung bekamen, wir sollten halt "unerotische" Unterwäsche anziehen. Dabei waren die Kittel blickdicht und relativ hochgeschlossen. Da haben dann die PDL und der Chefarzt so getan, als würden wir ausschließlich mit Strapsen und Ouvert-Slips bekleidet Dienst tun.
Das Thema ist diffizil und schwierig, klar. Es hängt halt ganz arg vom Verhalten des Patienten ab - ich bin auch schon aus Zimmern raus und habe ein ganz leises "A..." in mich reingeknurrt. Hilft auch.
Aber wie gesagt: Über solche Sachen wie Krankheitssymptome oder das Aussehen sollte man wirklich nicht lästern, das finde auch ich nicht okay.
Lieben Gruß,
die Tröte

). Da ist es in meinen Augen wichtig, dass sich das Team einig ist und sich eine vorher besprochene "Vorgehensweise bei schlechtem Verhalten" zulegt (und diese ggf. auch mit der PDL oder dem Arzt bespricht), sodass dann alle an der Pflege beteiligten Personen an einem Strang ziehen und der Patient merkt, dass er mit seinem Verhalten so nicht weiter kommt.
Ich habe das Gefühl, oft wird unter dem Motto gearbeitet: Der Patient darf krank sein, aber schlecht gehen darf es ihm nicht! Kommt dieser mit seiner schweren Erkrankung nicht zurecht, weint viel oder lässt sich mal gehen, wird er gleich als psychisch auffällig abgestempelt... und die lieben Angehörigen am besten gleich mit. Hat denn jemand, der z.B. kurz vor Weihnachten mit einem Hirninfarkt eingeliefert wird und halbseitig gelähmt ist, kein Recht darauf schlecht drauf zu sein??? Ich bin sicher, den Kollegen, die dann groß****ig lästern würde es in einer solchen Situation nicht anders gehen. Noch professioneller ist es, wenn die liebe Krankenschwester gleich direkt am Patientenbett ihren Unmut kund tut, beim Waschen oder so... als ob der Pat. dies nicht mitbekommt...
Wo ist unsere Toleranz geblieben und was haben wir in unserer Ausbildung überhaupt gelernt?? Warum haben wir uns denn überhaupt für diesen Beruf entschieden, wenn uns gleich jeder Patient, der mehr Arbeit macht, tierisch nervt? Warum verhalten wir uns so? Psychohygiene betreiben ist ja gut und schön, aber nicht abwertend! Hohe Arbeitsbelastung und Druck, berufliche und private Probleme sollen unser Verhalten rechtfertigen? Natürlich, wie auch alles andere im Leben... Übrigens fällt mir dieses intolerante Verhalten vermehrt bei ganz jungen Kollegen auf.



