Bewohnerin verstorben...

Destiny585

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31.01.2009
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Azubi Pflegeassistentin
Akt. Einsatzbereich
Altenpflegeheim
Huhu

komme gerade von der Arbeit. Gestern Abend ist wohl eine Bewohnerin von uns verstorben. Ich habs heute morgen erfahren. Aber es war nicht die, von der ich dachte, die bald geht, sondern eine andere, die schon seid einigen Wochen an einer schweren beidseitigen Lungenentzündung litt.
Sie war allein als sie starb. Die Angehörigen waren nur schnell was essen.
Also ob sie gewartet hätte, dass ihre Familie das Zimmer verlässt...
Heute morgen um 10.10 haben wir Verabschiedung gehabt. Das Pflegepersonal hat sich mit einer Ordensschwester in ihrem Zimmer versammelt. Die Schwester hat etwas aus der Bibel vorgetragen und ich stand da mit ganz, ganz weichen Knien. Als ich die Frau dann tot zum erstenmal sah, ist mir ganz schwarz vor Augen geworden und ich dachte ich müsste mich übergeben... Was vielleicht auch daran lag, dass sie nicht unbedingt seelig aussah. Der Mund war sehr weit geöffnet (Das hatte ich so noch bei keinem Menschen gesehen), der Kopf lag etwas schief, die Augen waren geschlossen und ihre Haut war gelb-bläulich. :(
Es war ein furchtbarer Anblick finde ich.
Wir haben dann einige Gebete gesprochen und sind nach etwa einer viertel stunde aus dem Zimmer gegangen.
Ich hatte durchgehalten! Das war also meine erste Konfrontation mit dem Tod in der Pflege...
Ich bin noch sehr aufgewühlt aber auch froh, dass ich diese wichtige Erfahrung machen durfte. Und auch den Fachkräften dankbar, die einfach da waren.
Eine klopfte mir auf dem Flur zum schluss auf die Schulter und sagte" Hast du super gemacht! Kannst stolz auf dich sein!"

Tja, wollte ich nur mal eben erzählen...

Lg
 
Ja, das ist immer ein schwerer Moment...

Ich arbeite zwar im Krankenhaus und baue wenig Beziehung zu den Leuten auf, trotzdem kann ich mich an sowas nicht gewöhnen.

Und ich habe es schon häufiger beobachtet, dass Patienten genau dann loslassen können wenn sie alleine sind... Ich weiß nicht warum, vielleicht wollen sie das ihren Lieben ersparen.
 
Es gibt keinen Trost für die Hinterbliebenen.

Denk Dir ein Bild - weites Meer
ein Segelschiff setzt seine weissen Segel
und gleitet hinaus in die See.
Du siehst wie es kleiner und kleiner wird.
Wo Wasser und Himmel sich treffen, verschwindet es.
Da sagt jemand: "Nun ist es gegangen!"
Ein anderer sagt: "Es kommt!"

Der Tod ist ein Horizont, und ein Horizont ist nichts
anderes als die Grenze unseres Sehens.
Wenn wir um einen Menschen trauern,
freuen sich andere,
die ihn hinter dieser Grenze wiedersehen.

Peter Streiff
Kondolenz - Vorschläge für Trauer - und Kondolenzsprüche zum Beileid ausdrücken und kondolieren im Trauerfall.

YouTube - Gerhard Schöne - Fährmann Hol Über

Elisabeth
 
Wow, der Spruch ist total schön! Muss ich mir mal abschreiben:)
 

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