Finanzierung von Krankenhäusern - Sind DRG ein Thema in der Ausbildung?

Elisabeth Dinse

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Krankenschwester, Fachkrankenschwester A/I, Praxisbegleiter Basale Stimulation
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Hallo @all

Bei uns im Haus geht gerade der Witz um: Im Vorstellungsgespräch wird gefragt: Haben sie schon mal was von DRGs gehört? Antwort: Das kommt öfter vor auf den Stationen.

Ist in der Ausbildung eigentlich auch die Finanzierung des Gesundheitswesens ein Thema? Wenn ja, welche Schlüsse werden daraus gezogen?

Elisabeth
 
Elisabeth Dinse schrieb:
Ist in der Ausbildung eigentlich auch die Finanzierung des Gesundheitswesens ein Thema? Wenn ja, welche Schlüsse werden daraus gezogen?

KrPflAPrV Anlage 1 (zu § 1 Abs. 1)
A Theoretischer und praktischer Unterricht
............
7. Pflegehandeln an Qualitätskriterien, rechtlichen Rahmenbestimmungen sowie
wirtschaftlichen und ökologischen Prinzipien ausrichten
Die Schülerinnen und Schüler sind zu befähigen,
- an der Entwicklung und Umsetzung von Qualitätskonzepten mitzuwirken,
- rechtliche Rahmenbestimmungen zu reflektieren und diese bei ihrem
Pflegehandeln zu berücksichtigen,
- Verantwortung für Entwicklungen im Gesundheitssystem im Sinne von
Effektivität und Effizienz mitzutragen,
- mit materiellen und personalen Ressourcen ökonomisch und ökologisch
umzugehen.......

Dazu sollen die Auszubildenden befähigt werden. Würde für mich voraussetzen, dass sie auch wissen wie sich das Gesundheitssystem finanziert. Ich muss aber gestehen, dass diese Themen oft irgendwie als unwichtig betrachtet werden, und ich noch keinen Azubi getroffen habe, den es wirklich brennend interessierte.
Insofern würde mich brennend interessieren was die Auszubildenden im Forum darüber denken.
 
Schade, bisher keine Antwort: das Thema scheint Azubis nicht zu berühren. Obwohl sie eigentlich sehr großes Interesse daran haben müßten... geht es doch um die Finazierung des zukünftigen Arbeitsplatzes.

Elisabeth
 
Also bei uns wird das in der Ausbildung behandelt. Es ist halt ein zwingendes Übel. Ohne Moos nix los und wo das Moos wächst, dass wird halt kurz geschildert.
Mich interessiert das nicht so wirklich. Jetzt wird Fr. Dinse natürlich intervenieren und erklären wieso dass ganze Zeug sooo wichtig ist. Generell ist mein Interesse an Systemen, wie Klassifizierungssystemen, Pflegesystemen oder auch Soziologie, Kommunikationstheorien etc eher gering.
Manchmal denke ich mir in der Schule, lasst mich doch einfach (professionell) Pflegen ohne zu starke Gewichtung auf die Rahmenbedingungen zu legen. Sprich lehrt mich Anatomie/Physiologie; Krankenpflege und Krankheitslehre (zu 80%) und nervt mich mit Soziologie, Pflegesystemen etc. in 20% meiner kostbaren Zeit.
Meiner Meinung nach Provitiert der Patient/Klient o.ä. viel mehr von einer solchen Gewichtung, da die soziologischen "Grundthese" eines "Selbstpflegedefizits" einer "Salutogenese" eines "Vier-Ohren-Modells" mehr als Banal ist und innerhalb von 45min abgehandelt werden könnte, dass wollen die Lehrer etc. aber nicht kapieren.

Schönen Sonntag noch
Gruß
Scip
 
Manche Aussagen kommentieren sich selbst. *fg*

Mich interessiert einfach, woher das Unwissen kommt und wo die Wiege des Jammerns steht.

Elisabeth
 
ob das thema bei uns in der ausbildung behandelt wird, weiß ich leider nicht genau, aber ich gehe mal stark davon aus. meiner meinung nach gibt es auf jeden fall interessantere themen, aber ich denke, dass die fallpauschalen und allgemein wirtschaftliches und öknonomisches handeln/denken in der pflege immer mehr an stellenwert und wichtigkeit gewinnen wird (bzw. schon gewonnen hat). von daher ist das thema ein muss für azubis und examinierte, auch wenns nicht gern gesehen wird.
die "wiege des jammerns" (schöner begriff übrigens :mrgreen: ) liegt meiner ansicht nach darin, dass sich wohl viele pflegende lieber intensiv mit dem patienten und der dazugehörigen pflege beschäftigen würden, als sich mit der finanzierung rumzuschlagen.
ob einen das thema jetzt brennend interessiert oder nicht, ist wohl persönliche ansichtssache, aber als unwichtig betrachtet werden sollte es auf keinen fall
 
Die fehlenden Antworten deute ich dann mal als: wird nicht vermittelt bzw. wird in der Bedeutung nicht vermittelt.

Vielen Dank für die Informationen.

Elisabeth
 
Also wir hatten das Thema in einer Unterrichtsstunde von 90 Minuten; referiert hat die Verwaltungsdirektorin. Es wurden auch die DRG´s angesprochen, Bettenbelegung, Mittelverwendung usw. Die Einheit war allgemein etwas trocken aufbereitet, aber trotzdem interessant.
 
Hi,

Thema ist es definitiv, Während Oualitätsmanagment haben wir auch über die DRG´s und über die Finanzierung geredet. Da sich dies alles sehr lange hinzog und sehr trocken war, habe ich / bzw. wir alle irgenwann abgeschaltet :-) Deswegen kann ich auch leider nicht mehr dazu sagen, ich werds wohl vorm Examen nochmal lernen müssen, da dass unter Umständen auch in der Prüfung gefragt wird :-)

lg
 
Mich würde interessieren: werden der ff. Zusammenhänge deutlich?
Einnahmen der KK/ Ausgaben der KK aös Finaznierungsgrundlage
DRGs und damit gedeckelte Einnahmen der KKH
Wird etwas vermittelt zur Personalentwicklung im Gesundheitswesen?

Elisabeth
 
Hi,

wie bereits in amnderen Thread erwähnt: Ja, ich hatte DRG's in der Ausbildung. Aber: das war eine sehr kleine Unterrichtseinheit von wenigen Stunden, vorgetragen von unserem Geschäftsführer - es dürfte somit meine Kolleginnen weniger angesprochen haben. Leider! Denn er zeigte uns anhand der Originaldaten unseres Hauses ( besser gesagt: mein ehemaliges Haus!) wie sich die Finanzlage entwickeln würde.

Feststellen konnte man eins auch anhand der Daten:
- je kleiner das Haus, desto geringer die Chance zu überleben

- das Haus braucht viele Pat. - dementsprechende Angebote: Spezialgebiete aufnehmen bzw. behalten. Obwohl wir nur eine Kreisklitsche sind haben wir eine sehr gute Endoskopie ( VIP's haben sich schon von uns behandeln lassen), bei uns werden Schriittmacherimplantationen gemacht; ein Spezialist für Knie ist am Haus.

- Arbeitsbelastung wird höher - klar! Aber auch: es werden Ärzte gebraucht, denn an ihnen hängt es!

-Ambulante OP's etc. kriegen enormen Aufwind und sichern zusätzlich das Haus.

Es liegt sicherlich nicht an den Schülern, wenn das Thema zu kurz kommt. Aber DRg's sind nunmal eine Sache, die es erst seit einigen Jahren gibt - zu kurz um in einen dt. Lehrplan aufgenommen zu werden! Und tatsächlich ist am Anfang pflegerische und medizinische Zusammenhänge interessanter - auf letzteres hat man als Pflegekraft wenig Einfluss!

Gruß
HHS
 
Dann wurde ja korrekt vermittelt: mehr Ärzte notwendig... die Entwicklung der Pflegezahlen war dann eher Randthema?

Elisabeth
 
Elisabeth Dinse schrieb:
Dann wurde ja korrekt vermittelt: mehr Ärzte notwendig... die Entwicklung der Pflegezahlen war dann eher Randthema?

Elisabeth


Nein! Die Zahl der Pflegekräfte an meinem Ausbildungshaus war am untersten Limit - und für das Jahr siehts mit Übernahme von Schülern mau aus, gab aber auch zu hoffen, und das sagte er klar und deutlich, das in Zukunft wieder Pflegekräfte im Haus gebraucht würden.
Warum, wieso - das blieb er uns schuldig.

Allerdings: Unser Haus war in der Umgebung das einzige, das keine Schüler übernahm -alle anderen übernahmen immerhin einen kleinen Teil und stellten auch fest, das dies notwendig ist! Auch auf Ausbildung wird weiter Wert gelegt.
Es dürfte also an unserem Haus liegen, das es mit Pflegekräften schlecht aussah.

Es ist tatsächlich so, und das mußte ich bei meiner Arbeitssuche feststellen, das zwar die Zahlen in den Krankenhäusern runtergehen, aber dafür in der mobilen Pflege sowie den Pflegeheimen nach oben.

Gruß
HHS
 

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