ersma! Voll eh boa!!
Im ersten ausbildungsjahr! Sich da ein ziel zu setzen, an dem die meissten unserer Branche ihr gesammtes Arbeitsleben zu knabbern haben find ich wirklich absolut Hammer gut!!!!!!
Hut ab!!!!!! (auch wenn meine terminologie ironie vermuten liesse - das meine ich ernst!)
Allein die Tatsache das du dich mit dem (uns alle an unsere Grenzen bringenden) Thema intensiv beschäftigen möchtest, zeugt von grosser Reife!
Entweder bist du schon etwas älter und hast schon einiges an lebenserfahrung, oder noch jünger - und dann fehlen mir die Worte vor begeisterung so jemand zu kennen (zu dürfen) !!! weiter so!!!
In der Situation eigentlich seinen übertragenen Aufgaben gerecht werden zu sollen, aber zu merken das anderes jetzt wichtiger ist, stecken wir alle oft drinn. Da wird man nie mit sich UND den anderen einig.
Sofern sachen wie Schmerzen, Obstipation, und anderes "fachliche" ausgeschlossen werden kann...
Dir wird da nichts anderes übrigbleiben als deine persönliche Priorität zu setzen. Dies wird aber oft auch ärger bedeuten... kommt in der Ausbildung meist nicht gut. Erzähle die dich bewegenden situationen deinen examinierten Kollegen auf Station frage da um rat. das wird dir wahrscheinlich etwas mehr freiraum verschaffen. (bei diesem Thema seit ihr auf Augenhöhe. Da zählt allenfalls die Erfahrung mit Wissen hat das wenig zu tun)
Egal wie du dich verhalten hast - solange du aufrichtig, ehrlich die Gesamtsituation WAHRgenommen hast. Solange du nicht versucht hast DICH mit den erwähnten Floskeln zu pflegen, war, ist und wird es gut sein!
Sterben muss jeder allein - daran können (und sollten) wir nichts ändern wollen.
Wir können nur BEGLEITEN und das bedeutet sicher auch tätigwerden wenn es gewünscht und/oder gefragt wird...auch nonverbal... aber auch bitte (!) DA SEIN (der Mensch (!) nicht die Schwester, der Pfarrer, der Arzt) wenn dies GEBRAUCHT wird.
Frage ruhig den Betroffenen danach! Halte dich nicht an irgendwelche ettiquette (richtig geschrieben?) es gibt keine. Du kannst Dich nur verhalten! Deine Frage "Wie hätte ich reagieren müssen" ist hier einfach nur falsch! Niemand wird dir das wirklich beantworten KÖNNEN!
Der sterbende ist individuell, sein sterben auch, und du... da bist du im grenzbereich... hier findet BEGEGNUNG statt! Verstehen, aufnehmen, sich einlassen, zulassen....
Es kann sein das du Beschimpft wirst, es kann sein das du abgelehnt wirst, es kann ALLES sein... nimm es nicht persönlich! nicht das, für dich gute nicht das entmutigende... Es sind Gefühle... Angst vielleicht, leere vielleicht, hole den sterbenden an der stelle ab, frage, gehe NIE davon aus das du ihn wirklich verstehen kannst! Und werte nie! (im sinne von bewerten)
Begleite, halte dich hin (dein selbst) als Angebot!!!!!!! erwarte nicht das es angenommen wird!!!!!!!!
Kein Richtig - kein Falsch!
Es ist m.E. das schwierigste in unserem Beruf!!!! Es geht MICH selbst an! Meine "grundfeste" mein eigenes SEIN...
"ERLEBE" was vorgeht, sieh GENAU hin, SPÜRE was abgeht!!!
Aber: GENAU SO WICHTIG!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Erkenne Deine persönliche Grenze! Gehe NIE darüber! Schütze Dich selbst vor der eigenen Hilflosigkeit und den daraus entstehenden Gefühlen. Du wirst nie einem Menschen begegnen können, wenn du nicht lernst zu sagen: bis hierhin ist OK, jetzt muss ich (wegen mir selbst, meiner z.B. Angst) weg!!
Schlechtes Gewissen? mangelnde Leistung? Nein!!!!!
Auch Du bist Mensch! MIT allen wiedersprüchlichkeiten!! Und es ist GUT so!
Das ist das aller schwierigste im Beruf: sich selbst als Mensch zu sehen, sich dabei nicht vor sich selbst (oder anderen) mit blödsinn rechtfertigen zu wollen. Oder hinter in solchen "dummen" Wissens und Allmachtsfantasien zu verstecken!