Warum muss Patient vor OP sein Piercing ablegen?

Trilli

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Hallo!

Ich hab da mal ne Frage.

Warum muß ein Patient sein Piercingschmuck ablegen, wenn er am Knie oder sonstwo operiert wird???
Keimverschleppung kann ein Grund sein, aber wenn der Schmuck nicht im OP Gebiet liegt, nicht wirklich.
Und das Elektrisch bzw der Kauter auch nicht, da auch ne TEP nicht ausgebaut wird! Oder wirkt der HF-Strom dort anders????
Bis jetzt konnte mir keiner im OP diese Frage beantworten und ich bin nun von unseren Doc`s auserkohren worden, diese Frage mal zu klären!

MfG Melanie
 
Hallo Melanie!

Ich hätte da zwei Vorschläge: :wink:
1. JEDER Patient muss komplett seinen Schmuck ablegen, damit besteht eine einheitliche Regel. Es gibt dann keine unnötigen Diskussionen. Es wird vermieden, dass es verschiedenen Ansichten darüber gibt, ob ein Piercing abgelegt werden muss.

2. Es gibt vielleicht keine elektrische Störung durch Veröden, aber wie sieht es aus mit einer unerwarteten Notfallsituation im Sinne von Defibrillation?


Schade, dass deine Docs das nicht wissen. Befrag doch zum letzten Punkt mal die Anästhesie.

Gruß,
Trine
 
Hallo,
Implantatstähle sind in der Regel nicht, oder wenig Strom leitend. Der Strom geht den Weg des geringsten Widerstandes, also nicht durch die "dicken" Muskelpakete, die äußere Kortikalis in die Markhöhle, sondern den kürzesten und direkten Weg durch den Körper zur Ableitung an die Neutralelektrode, die als geschlossener Stromkreis zu dem HF-Generator führt. Ist ein Ring, Schmuckstück näher und mit weniger Widerstand zu erreichen, kommt es hier zu einer höhreren Stromdichte und möglicherweise zu Verbrennungen. Besonders, da Schmuckstücke aus Edelmetallen bestehen, die sowieso besser leitfähig sind.
 
Salamon schrieb:
Hallo,
Implantatstähle sind in der Regel nicht, oder wenig Strom leitend. Der Strom geht den Weg des geringsten Widerstandes, also nicht durch die "dicken" Muskelpakete, die äußere Kortikalis in die Markhöhle, sondern den kürzesten und direkten Weg durch den Körper zur Ableitung an die Neutralelektrode, die als geschlossener Stromkreis zu dem HF-Generator führt. Ist ein Ring, Schmuckstück näher und mit weniger Widerstand zu erreichen, kommt es hier zu einer höhreren Stromdichte und möglicherweise zu Verbrennungen. Besonders, da Schmuckstücke aus Edelmetallen bestehen, die sowieso besser leitfähig sind.

Dies ist nicht ganz richtig. Beim Monopolaren HF-Strom steht der gesamte Patient unter Strom. Die Annahme, dass der Strom den "kürzesten Weg" nimmt, ist falsch. Die Neutralelektrode leitet den Strom nur wieder aus dem Patienten. Verbrennungen können bei jeden Kontakt des Patienten mit Metall/Material entstehen, dass den Strom ableitet, z.B. der geerdete OP-Tisch. Je kleiner die Ableitungsfläche ist, desto größer die Stromdichte und damit das Risiko einer Verbrennung. Daher kann bei einem Piercing eher eine Verbrennung entstehen, als bei einem nicht isoliert gelagertem Unterarm (Stichwort Ableitungsflächengröße). Um mich nicht falsch zu verstehen, das Risiko einer Verbrennung durch ein Piercing ist relativ gering, aber wenn wirklich etwas passieren sollte, wer übernimmt dann die Verantwortung??
Der zweite Grund ist sicher auch der hygienische Aspekt.
Wie gesagt, es ist alles nur eine Frage der Haftung. Kein Hersteller von HF-Geräten oder Neutralelektroden wird die Haftung für Schäden übernehmen.

Gruß, Chris

P.S.: Frag doch einfach mal bei dem Vetreter von euren HF-Geräten/Neutralelektroden nach entsprechendem Material.
 
Aloha,

hier ein Link zu einem 36 seitigem *pdf File der Firma Martin (Jo, ich weiß ist groß, und soll keine Schleichwerbung sein). Steht absolut alles über HF und Monopolar drin was es so gibt. Wollte es erst stellenweise zitieren aber das wäre auch zu viel geworden.
Ich glaube das File wird auch in Auszügen bei Fortbildungen durch die Firma Martin benutzt.
http://www.klsmartin.com/fileadmin/download/Sonderdrucke_PDF/90-805-01-04_01_00_Patientensicherheit.pdf

Quelle Hompage der Firma Martin www.klsmartin.com

LG
Thommes

PS:@Flexi oder Admins: Wäre auch was für den Downloads-Bereich
 
hallo ihr, ich hätte da auch mal ne frage. und zwar hab ich mir vor 3 wochen ein lippenbändchenpiercing stechen lassen. da ich schon seit langem probleme mit meinen mandeln habe, war ich demletzt beim arzt. und nun werden mir meine mandeln rausgemacht.

also muss ich mein piercing 100% rausmachen. aber kann man da nicht irgendetwas reinmachen, damits nicht gleich zuwächst?
oder darf da gar nichts sein?

blöde sache...

grüße kleenefreundin
 
Gestern mußte ich bei einem Patienten auch nachhelfen,weil der sein geliebtes Piercing nicht aus der Nase bekam.Für mich ist diese Stelle sowieso schon etwas eigenartig.....aber gut.
Die Operateure sagen immer,Piercing muß vorher raus,egal an welcher Stelle.Es darf auch nichts anderes hinein.
Auch falls mal eine Reanimation sein sollte,was dann zusätzlich hinderlich wäre,weil dann Druck auf das Metall und den Hautuntergrund einwirkt.Außerdem sind es bakterielle Eintrittsstellen,die Keime magisch anziehen können,dann zusätzlich an die Blutgefäße im Gesicht und Kopf weitergeben.
Ich hoffe,du kannst damit leben,wenn das Piercing für wenige Stunden herauskommt.
Bei meinem Patienten gestern war abends das Metall schnell wieder in der Nase.
LG
Melisande
 
Man kann z.B. auch Viggons in die Piercing-Löcher rein machen. Vor allen an Stellen die schnell wieder zu wachsen.
 
Es gibt sogar extra für solche Fälle Platzhalter aus Plastik, wohl in einem Piercing-Shop deines Vertrauens.
Es kamen schon des öfteren Pat. damit in den Op, allerdings hat es sich meist um Bauchnabel- oder Intimpiercings gehandelt. Kann schon sein, dass es bei einer TE einfach im Weg ist.
 
Moin,

als prxisorientierter Pfleger habe ich dem "Gerede" um das Piercing in Bezug auf HF-Chirurgie lange Zeit nicht weiter beachtet.

"Strom kann nur abfleißen, wenn ein Kontakt besteht".

Aber es gab bei uns wirklich einen "schwarezen Kreis" um ein Nabel-Piercing und stark gerötete Ohrläppchen.

Ich denke, daß auch über Körperflüssigkeiten der Strom abfließen kann.


Tach auch

Klaus
 
So danke Klaus

wer schonmal ne Sectio bei verunfalltem Pat mit anschließender Not He und diverser blutstillung im bauchraum leber, milz usw hatte und sich nachdem der argon und "cusa" ihr nötigstes umd mögliches getan haben
mal den rücken der armen frau anschaut der weis
auch Blut und alles andere was so leitet is hervorragend um verbrennungen ins leben zu rufen oder dem pat gleich seine hintern zu kochen

achja für die verfechter theorie das ohring und der gleichen nicht schlmm sind

das fällt unter fahrlässigkeit je nachdem wer die elrode bei euch klbt is er der hauptschuldige da dieser sich zu vergewissern ha ob allin ordnung ist

genauso wie wenn mandem Pat die Ne au die Hüft endoprothse klebund da dann eine inducktionsspannung entsteht usw...

hab das alles scho geen erst meinen sie ja nich so schlimm wenn der mal dran bleibt und wenns dann pass und der pat klagt is das geheule groß

1000mal is nix
1001 is dein pat und du bist dran
 
sorry für die rechtschreiber^^ die fehler sind in der eile passiert
 
Korrigier sie doch einfach ;)
 
Wenn schon eine schlecht geklebte Neutralelektrode oder die Nichtrasur unter selbiger zu Verbrennungen führt, sollte doch klar sein, dass auch Metalle am Körper zu "verbrennungswürdigen" Potentialen führen können!

Matras
 

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