Wäre ich geeignet?

IwanKaramasow

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08.11.2008
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Hallo,
ich bin 20 Jahre alt und muss zugeben, nicht wirklich zu wissen, was ich mit meinem Leben anfangen soll. Ich neige zur Depression und war deswegen auch schon in Behandlung. Ich bin sehr sensibel, woraus sich im Umgang mit anderen Menschen sowohl Stärken als auch Schwächen ergeben. Im Sommer habe ich mein mittelmäßiges Abitur mit sehr guten Noten in den Endprüfungen gemacht. Danach habe ich eine Ausbildung zum Kaufmann für Bürokommunikation in einer PR-Agentur begonnen, da ich mich für Pressearbeit interessiert habe und dort gleich in die Berufswelt einsteigen konnte, ohne studieren zu müssen, denn von intellektuellen Anstrengungen hatte ich erst einmal genug. Aber meine sensible, depressive Ader wurde mir zum Verhängnis. Ich erstickte vor monotoner Arbeit, gegen die ich mich nicht wehren konnte und hatte nicht das selbstbewusste, bestimmte Auftreten, dass im Kontakt mit genervten Journalisten nötig ist. Außerdem fand ich es traurig, wie leicht man die öffentliche Meinung manipulieren konnte und wie sinnlos das im ethischen Sinne erschien. Jetzt habe ich aus der Not, zu glauben, irgendetwas berufsähnliches tun zu müssen, ein Studium der Philosophie und Germanistik begonnen, was mich aber kaum noch interessiert. Die Zeit, in der ich mich engagiert mit der Philosophiegeschichte und Literatur auseinandergesetzt habe, sind vorbei. Hausarbeiten sind eine einzige Qual, die mir sinnlos erscheint.

Ich weiß nun überhaupt nicht, was ich machen soll. Ich könnte mir vorstellen, eine Ausbildung zum Krankenpfleger zu machen und mich dann im Bereich Psychiatrie zu spezialisieren, da ich sehr gerne anderen Menschen helfen würde und meine, empathisch und wenig vorurteilsbehaftet, wenig verurteilend zu sein. Vor der Ausbildung würde ich ein Praktikum machen und mir währenddessen eine ambulatne Psychotherapie suchen, um mit meinen depressiven Problemen fertig zu werden.

Meint ihr, dass es einen Versuch wert wäre? Falls ja, wo könnte man ein Praktikum machen? Wo die Ausbildung? Ich hätte keine größeren Probleme, in eine andere deutsche Stadt zu ziehen, am liebsten wäre es mir aber, wenn ich in Hamburg arbeiten könnte, da ich da Freunde habe.
 
Hallo

Ich kenne dich zwar nicht persönlich aber so wie du dich beschrieben hast, würde ich abraten. Und dann auch noch in der Psychiatrie, wieso gerade der Bereich?

Der Beruf ist körperlich, wie auch seelisch sehr anstrengend. Und wenn man dann sowieso schon so sensibel und eine depressive Ader hat, wird es sehr schwierig!

LG
 
ich finde auch anhand deiner beschreibung bist du eher ungeeignet dafür....
aber versuch doch mal ein zweiwöchiges praktikum oder sowas zu machen dann siehts du ja ob es was für dich wäre....
 
Hallo,

da muss ich KARO6 und sassy81 recht geben.
Der Job ist teilweise sehr anstrengend und man kommt auch nicht immer mit jeden seiner Kollegen aus. Von den Pat. mal ganz abgesehen, diese von Fall zu Fall auch unterschiedlich sind. Manche sind zu frieden das man sich kümmert und anderen kann man es nie Recht machen.
Dazu der Zeitdruck der eingentlich immer größer wird und die Arbeit die auch zunimmt.
Wenn du die Chance hast würde ich an deiner Stelle es mit einem Praktikum probieren dort kannsr du vielleicht selber raus bekommen ob dieser Beruf etwas für dich ist.
 
sehr bemerkenswert so über sich selbst zu schreiben *Hut ab*

psychisch ist der Beruf wohl sehr sehr anstregend

mach ein Praktikum ... was besseres kann man Dir hier nicht raten! :daumen:
 
Falls ja, wo könnte man ein Praktikum machen? Wo die Ausbildung? Ich hätte keine größeren Probleme, in eine andere deutsche Stadt zu ziehen, am liebsten wäre es mir aber, wenn ich in Hamburg arbeiten könnte, da ich da Freunde habe.
In Hamburg halt UKE, Eilbek oder auch Asklepios (z.B. Ochsenzoll). :daumen:
 
Hallo Iwan,
hast du eine Psychotherapie?
 
Mit Menschen arbeiten und Menschen helfen kann man in vielen Bereichen. So wie Du Dich und Deinen Werdegang schilderst, kann auch ich Dir nur abraten, außerdem kann ich mir nicht vorstellen, welche Schule Dich im Moment annehmen würde.
Ich möchte Dir zur Zeit noch nicht einmal zu einem Praktikum im Pflegebereich raten. Ich glaube, dass Du erst einmal mit Dir selbst ins Reine kommen musst, bevor Du noch irgendetwas anfängst, bei dem Du nach kurzer Zeit feststellst, dass es Dir doch nicht liegt. Such Dir irgendeinen Aushilfsjob, als Kellner, Verkäufer, "Mädchen" für alles im Büro, oder was auch immer und beginne so schnell wie möglich mit einer Therapie. Wenn Du dann etwas weiter mit Dir bist, kannst Du eventuell nach Absprache mit Deinem Therapeuten darüber nachdenken, ob Du ein Pflegepraktikum machst. Arbeit in der Psychiatrie, wäre das Letzte, was Du tun solltest.
tut mir Leid, Dir das so hart zu sagen, aber in der Pflege würdest Du kaputt gehen, so wie Du Dich zur Zeit schilderst.
Sr. S.
 
Ich muss Sr. S. Recht geben. Ich würde dir in deiner jetzigen Verfassung sogar von einem Praktikum abraten.

Es gibt genau Menschen, die während ihrer Arbeit am Menschen das "Helfer-Syndrom" entwickeln, wenn sie es nicht schon haben. Du würdest den zu Pflegenden bestimmt sehr zuvorkommend sein, aber es tut dir nicht gut.

Und warum möchtest du unbedingt in der Psychiatrie arbeiten? Ich fand es in meinem 10-wöchigen Außeneinsatz während der Ausbildung schon schwierig mich auf die Menschen dort einzulassen. Ok, vielleicht verstehst du die Menschen dort mit ihren Problemen, aber ich halte es für angebracht, dass du dich selbst erstmal in Therapie begibst!
 
Ich glaube zu wissen, dass depressive Menschen oft glauben, sich selbst zu helfen, indem sie anderen helfen! Ich glaube allerdings nicht, dass das gut geht!

Auch ich würde dir empfehlen, mit (d)einem Arzt bzw. Therapeuten über deine Idee zu sprechen und falls diese wirklich zustimmen, würde ich mit einem Praktikum beginnen (das finde ich sehr klug von dir! Mehr Menschen sollten VORHER ein praktikum machen, bevor sie sich in den pflegeberuf stürzen! Ich hab das auch gemacht!)

Alles Gute für deinen weiteren Weg, den du sicher machen wirst!!!
 

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