Heparinisierung des Extrakorporalen Dialysesystems

peku

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30.11.2006
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Hallo,
mich würde interessieren mit wieviel Einheiten Heparin ( oder eine andere
Antikoagulanz) das Dialysystem bzw. der Nacl-Perfusionsbeutel
geimpft werden? :gruebel:

Macht ihr einen Unterschied bei Der Impfdosis:

bei kontinuierlichen Verfahren

bei Kurzzeitdialysen( 3 bis 5 Stunden)

Wenn ihr Orgaran oder Refludan benutzt, welche Dosis benutzt ihr dann?

Danke für euere Antworten

Tschüß Peku :eek1:
 
Hallo peku,
Bei uns erhält das gefüllte Sytem je nach KG und Gewicht des Pat zw. 40 und 60 mg Lovenox welches wir ( in die venöse Tropfkammer) verabreichen sobald angeschlossen ist.

Wenn Pat. lange nachbluten erhalten sie 1000 IE Heparin als Bolus ins System und danach Heparinbypass mit 1000IE/h, Stoppzeit zw. 1h und 20 min vor Ende.

Wir machen Dialysen zw. 2 und 5 Std und da ist diese Dosis ausreichend.


lg Marley
 
Hallo Peku!

Bei uns bekommen die meisten Patienten, egal ob Standard- oder Genius [r]- Langzeitdialysen Heparin- bzw. Clexane[r]-boli zwischen 500 IE und 9000 IE.

Während der laufenden Behandlung zwischen 200 IE und 2500 IE kontinuierlich.

Beides nach ärztlicher Anordnung.

Routinemäßiger Heparinstopp ist 30 min vor Dialyseende, wir haben aber auch Patienten, bei denen 1 Stunde vor Behandlungsende das Heparin gestoppt wird.

Wenn mit Antikogulantien gespart werden soll, dialysieren wir mit den Nephral [r] kapilaren.
Diese werden mit 500 bis 5000IE Heparin "gespült", danach aber mit isotoner Nacl-Lösung wieder freigespült.

Das Heparin haftet sich an die Kapilaren an und verhindert so ein clotting "vor Ort". Meistens läuft dann während der Behandlung noch "mini-Hep" mit 500 IE/Stunde um koagulation im restlichen extracorporalen System zu verhindern.
Manchmal gehts sogar ganz ohne.:nurse:.

Refludan und Fragmin kommen bei uns nur selten zum Einsatz, meist nur bei Gastdialysen.

Als weitere Option können wir bei extrem blutungsgefährdeten Patienten Citratdialysen durchführen.
Hier findet die Antikoagulation mit Hilfe von EDTA nur im Schlauchsytem statt und wird mit Calcium auf der venösen Seite wieder aufgehoben.
Die Behandlung erfordert eine Monitorüberwachung und mehrere BGA`s zwischendrin, ist mit etwas Übung aber gut zu "fahren".

Auch das Intensivpersonal kennt sich mitlerweile damit gut aus und Bedarf keiner Unterstützung mehr von uns.

Ich hoffe, das ich Dir weiterhelfen konnte!
Ach ja, ich arbeite in einer Krankenhausdialyse mit bald 16 Dialyseplätzen und
7 Genius[r] Maschinen für 5 Intensivstationen.

Freundliche Grüße aus der "Hexenküche"!
 
Hallo,

wenn wie unsere Prisma-Flex aufbauen kommt in den NaCl-Beutel mit dem wir das System spülen 5000IE Heparin rein.
Dannach entscheidet der Arzt ob Heparin über Prfusorspritze verabreicht wird (halt nach gerinnung des Pat.)

Gruß TinaG.
 
Hallo !!

Wir haben die Maschinen immer mit einem Milliliter Heparin "geimpft".
Vor knapp 1 Jahr haben wir es ohne impfen ausprobiert und da es wunderbar funktionierte wurde das impfen bei uns eingestellt.


LG Matze
 
Hallo zusammen,

bei uns werden die Schlauchsysteme schon seit langer Zeit micht mehr mit Heparin geimpft.
und auch die NaCl-Spritzen zum anlegen eines Shuntes oder Katheters werden nicht mehr mit Heparin geimpft.

Heparindosen während der Hd werden bei uns per ACT festgelegt.
Wenn diese dann stabil über 3-4 Dialysen sind werden diese fest eingetragen.
Teilweise wird auch mit Fraxiparin oder Clexane heparinisiert.
Hierbei wird dann der fakt Xa bestimmt.

Viele Grüsse
:nurse:
 
Hallo alle miteinander!:)
Also bei uns wird in der Regel ein Bolus von 1500 IE Heparin beim Anhängen gegeben. Die kontinuirliche Dosis richtet sich nach Größe und Körpergewicht. Außerdem wird die ACT ermittelt. Sollte für eine normale HD bei 120 bis 140 Sekunden liegen. Bei CVVHD etwas höher. Die meisten unserer Patienten brauchen zwischen 750IE und 2000IE Heparin/Std.. :mrgreen: