Hallo Peku!
Bei uns bekommen die meisten Patienten, egal ob Standard- oder Genius [r]- Langzeitdialysen Heparin- bzw. Clexane[r]-boli zwischen 500 IE und 9000 IE.
Während der laufenden Behandlung zwischen 200 IE und 2500 IE kontinuierlich.
Beides nach ärztlicher Anordnung.
Routinemäßiger Heparinstopp ist 30 min vor Dialyseende, wir haben aber auch Patienten, bei denen 1 Stunde vor Behandlungsende das Heparin gestoppt wird.
Wenn mit Antikogulantien gespart werden soll, dialysieren wir mit den Nephral [r] kapilaren.
Diese werden mit 500 bis 5000IE Heparin "gespült", danach aber mit isotoner Nacl-Lösung wieder freigespült.
Das Heparin haftet sich an die Kapilaren an und verhindert so ein clotting "vor Ort". Meistens läuft dann während der Behandlung noch "mini-Hep" mit 500 IE/Stunde um koagulation im restlichen extracorporalen System zu verhindern.
Manchmal gehts sogar ganz ohne.

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Refludan und Fragmin kommen bei uns nur selten zum Einsatz, meist nur bei Gastdialysen.
Als weitere Option können wir bei extrem blutungsgefährdeten Patienten Citratdialysen durchführen.
Hier findet die Antikoagulation mit Hilfe von EDTA nur im Schlauchsytem statt und wird mit Calcium auf der venösen Seite wieder aufgehoben.
Die Behandlung erfordert eine Monitorüberwachung und mehrere BGA`s zwischendrin, ist mit etwas Übung aber gut zu "fahren".
Auch das Intensivpersonal kennt sich mitlerweile damit gut aus und Bedarf keiner Unterstützung mehr von uns.
Ich hoffe, das ich Dir weiterhelfen konnte!
Ach ja, ich arbeite in einer Krankenhausdialyse mit bald 16 Dialyseplätzen und
7 Genius[r] Maschinen für 5 Intensivstationen.
Freundliche Grüße aus der "Hexenküche"!