Grenzen einer Fachklinik?

Pf.Kay

Junior-Mitglied
Registriert
29.09.2010
Beiträge
62
Ort
Dinslaken
Beruf
Krankenpfleger
Akt. Einsatzbereich
außerklinische Intensivpflege
Funktion
Wundexperte, stellvertretende PDL
Hallo Leute. Arbeite in einem Herzzentrum auf der Kardiochirugie mit Schwerpunkt WHST. Bei uns in der KLinik steht in aller erster Linie die Herzerkrankung im Vordergrund. Falls jedoch ein Pat. zur Aufnahme kommt mit wichtigen Nebendiagnosen wie zb. eine Psychose,Hauterkrankungen,Apoplex usw. wird dies von ärztlicher Seite kaum berücksichtigt. Das stört mich sehr. Wie sind eure Erfahrungen in einer reinen Fachklinik?
 
Gibt es keine Konsildienste? Nicht jede der Empfehlungen von solchen Visiten sind aber schlussendlich mit der Hauptdiagnose vereinbar.

Elisabeth
 
Durch Konsile ist bei uns eigentlich alles abgedeckt. Wenn bei uns Pat. sind, die primär wichtigere Symptome zu behandeln haben als onko oder hämatologisch (in meinem Fall), werden Konsile geschrieben oder auch auf die Fachabteilung verlegt.
Ausnahmen sind HNO und Augen, die werden von Belegärzten versorgt und vor allem die HNO Ärzte lassen sich gerne länger Zeit, schon mal 2 Wochen oder noch länger wenn der Pat, schon verstorben ist... das ist nicht in ordnung.
Wir haben auch Fälle wo Pat. eine Onkologische Erkrankung haben, dann brechen die sich irgend was und liegen dann, nur weil sie irgendwo Krebs haben bei uns, anstatt auf der Chirurgie, ist auch oft ärgerlich für einen ausgelagerten einen Chirurgen herzubekommen :)

Aber letztendlich klappt es ganz gut, manchmal muss man halt hartnäckiger sein :smoking:
 
Es ist ja (leider) in vielen Fachabteilungen üblich, nicht über den Tellerrand zu schauen. Oft kommt bei Patientenfragen die Antwort, das müsse dann mal der Hausarzt abklären. Konsilanforderungen kommen doch auch oftmals erst durch ständiges Nachfragen der Pflege zustande.
Und direkte Verlegung in einen anderen Fachbereich? Nur selten problemlos möglich. Gerne wird aus abrechnungstechnischen Gründen erstmal nach Hause geschickt und dann ein paar Tage oder Wochen später wieder einbestellt.
 
Ist auch ne Kostenfrage. Ein Konsil muss abrechenbar sein. Meint: es muss mit der Hauptdiagnose im Zusammenhang stehen bzw. den Genesungsverlauf derselben erschweren.
So wie früher, ein Rundumcheck im KH- das ist vorbei. Heute wird z.B. die Pat. nur dann zum Gyn geschickt, wenns um z.B. die Primärtumorsuche geht. Ein undefinierbarer Fluor muss von der Pat. poststationär geklärt werden.

Und ich möchte nochmal darauf hinweisen, man kann net jede Empfehlung des Konsil übernehmen. Das hat nix mit dem Unwillen des Stationsarztes zu tun.

Wie siehts eigentlich mit der pflegerischen Versorgung aus? Hat da schon mal jemand einen "Pflegekonsil" genutzt? Denn vielleicht sollten wir erst mal bei uns selber schauen und dann von den Ärzten fordern.

Elisabeth
 

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