Getränke für Patienten

alesig

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01.08.2004
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747
Ort
Bayernland
Beruf
Krankenschwester
Akt. Einsatzbereich
Krankenhaus
Hallo,
wie wird es in dem Krankenhäusern gehandhabt, in denen ihr Arbeitet, mit den Getränken für die Patienten? Bekommt jeder Patient eine oder mehrere Flaschen Wasser an das Bett gestellt oder habt ihr einen Wasserspender, an denen sich die Patienten mit Flaschen ihr Wasser selber holen dürfen/müssen. Sind die Flaschen für die Wasserspender umsonst, oder müssen die Patienten sie erst kaufen? Wenn ja , wer verkauft, was passiert mit den Patienten die keine Flasche kaufen? Gibt es bei euch nur Tee in Thermoskannen? Ich frage, weil bei uns gerade die Umstellung von normalem Mineralwasser in Pfandflaschen, wo jeder Patient so viel bekam wie er durfte und wollte , auf Plastikflaschen mit Wasserspender am Gang ,umgestellt wird. Jeder Patient bekommt eine Plastikflasche die er dann selber (oder wir) am Spender auffüllen kann. Es wird erwogen daß jeder Patient so eine Flasche käuflich erwerben muss. Was passiert dann aber mit denen ohne Geld? Deshalb bitte eure Erfahrungen.
Vielen Dank
Alesig
 
Bei uns gibt es Wasserspender und kostenlose Flaschen. Patienten die ihre Flasche selbst befüllen können, nützen diese während des Aufenthalts. Patienten die ihre Flasche nicht selbst befüllen, bekommen immer wieder eine frische Flasche befüllt (Hygiene). Wasser soviel der Patient will. Flaschen sind aus Kunststoff und werden dann über den gelben Sack entsorgt. Die alten Flaschen wurden in der Spülküche aufbereitet, leider kam es dabei gelegentlich zu Keimbelastungen, weil die Flaschen nicht komplett getrocknet waren. Nun nur noch "Einmalflaschen" - man arbeitet an einem neuen System, das ökologisch sinnvoller ist.
 
Bei uns damals gab es für die Patienten Kannen von Station, da konnten sie sich an der Zapfstelle ihr Wasser holen - alles kostenlos.
 
In der Klinik in der ich Ausbildung mache, bekommen Patienten Wasser (0,7 Glasflaschen)/Apfelsaft/Kaffee und Tee kostenlos gestellt und dürfen auch so viel nehmen wie sie wollen. Frisches Wasser gibts dann jeweils morgens und nachmittags, oder die Patienten holen sich selbst einfach eine Flasche Wasser bzw. dürfen sich Kaffee oder Tee in der Teeküche einschenken
Süße Getränke wie Cola, Fanta etc. müssen die Patienten selbst kaufen
 
Bei uns gibt es auf der Station Flaschen und auch Kannen für Tee. Privatpatienten oder onkologische Patienten bekommen auch Saft.
Das mit den Flaschen ist aber nur so gut, wie es den Pflegenden auch auffällt wenn sie leer sind und bleiben. Ich habe eine ältere Nachbarin, die lag im Krankenhaus und als ich sie besucht habe saß sie an der Bettkante aß zu abend, trank die Tasse Tee. Mir fiel leere Wasserflasche auf. Ich fragte sie, ob sie denn kein Wasser möchte. Sie sagte nur, ich weiß nicht wo die verteilt werden. Die Flasche war schon mindestens 24 Stunden leer, ohne, dass das jemanden auffiel, die Frau ist fast blind. Die Stationsassistenten waren Flüchtlinge die kaum deutsch verstehen, reden konnten sie auch nicht. Ich suchte die Füllstation und als ich die Flasche aufgefüllt hatte kam mir eine ehemalige Kollegin entgegen. Die sagte, die Stationsassistenten werden angehalten die Flaschen aufzufüllen, aber wenn die Patienten nichts sagen tun die es oft nicht.
Will heißen, früher als Schülerin habe ich darauf geachtet, ob Patienten was zu trinken in Reichweite hatten, aber heutzutage bei dem Personalmangel und den vielen oft ungelernten Helfern wie Praktikanten ist das meiner Meinung nach viel wichtiger, dass darauf geachtet wird, dass die Patienten trinken, als wie viele verschiedene Getränke es gibt.
Meine Nachbarin trinkt gerne Zitronenlimo, die habe ich ihr in einem Getränkemarkt besorgt, denn ohne Zucker gab es die nur in den Automaten (da waren sie aber ausverkauft) im Kiosk gab´s die gar nicht.
 
Mir fiel leere Wasserflasche auf. Ich fragte sie, ob sie denn kein Wasser möchte. Sie sagte nur, ich weiß nicht wo die verteilt werden. Die Flasche war schon mindestens 24 Stunden leer, ohne, dass das jemanden auffiel, die Frau ist fast blind. Die Stationsassistenten waren Flüchtlinge die kaum deutsch verstehen, reden konnten sie auch nicht. Ich suchte die Füllstation und als ich die Flasche aufgefüllt hatte kam mir eine ehemalige Kollegin entgegen. Die sagte, die Stationsassistenten werden angehalten die Flaschen aufzufüllen, aber wenn die Patienten nichts sagen tun die es oft nicht.
Ja, DAS Problem kenne ich auch noch sehr gut aus meiner Klinikzeit:
Die Verteilung der Getränke war (ab einem bestimmten Zeitpunkt) Aufgabe der "Servicekräfte" (das waren so eine Art "Helfer", die nix mit der Pflege zu tun hatten, dafür aber für solche einfachen Aufgaben wie z. B. Essenswagen holen, Essen verteilen und herrichten (aber nicht eingeben!!!), Wäschesäcke wegschaffen, Stationsküche und eben auch für die Verteilung von Wasser, Tee etc. zuständig waren). Vor diesem Zeitpunkt waren das natürlich alles mit pflegerische Tätigkeiten, aber wie man ja inzwischen überall großartig nachlesen kann, wurde die Pflege ja angeblich durch die Vergabe solcher Tätigkeiten an Hilfskräfte megamäßig entlastet. Tja, theoretisch vielleicht. :roll:
Nur leider gab es da bei uns auch so ein paar "Spezln" unter diesen Servicekräften, die entweder keine Ahnung hatten oder einfach zu faul waren, ihre Arbeit korrekt zu machen. Ich erinnere mich diesbezüglich noch an so ein Prachtstück, die dem schwerst geistig behinderten Pat. (der aber noch selbständig essen konnte, es mußte nur gerichtet werden!) das Tablett vor die Nase setzte mit den Worten "Die Schwester kommt dann und richtet´s!":angryfire: Obwohl auf der Karte eindeutig "Essen richten" drauf stand...
Tja, und ein paar andere von denen versuchten halt auch den Pat. weis zu machen, dies sei Aufgabe der Pflege... :sbaseballs:
Und nein, in unserem Fall hatte das alles nichts mit schlechtem deutsch zu tun, die Servicekräfte waren m. W. fast alle Deutsche.
 
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Nur leider gab es da bei uns auch so ein paar "Spezln" unter diesen Servicekräften, die entweder keine Ahnung hatten oder einfach zu faul waren, ihre Arbeit korrekt zu machen. Ich erinnere mich diesbezüglich noch an so ein Prachtstück, die dem schwerst geistig behinderten Pat. (der aber noch selbständig essen konnte, es mußte nur gerichtet werden!) das Tablett vor die Nase setzte mit den Worten "Die Schwester kommt dann und richtet´s!":angryfire: Obwohl auf der Karte eindeutig "Essen richten" drauf stand...

Ja solche gibt es wohl überall oder eben auch Leute, die keine Ahnung von Demenz haben etc. Eine Patientin von mir war bei uns weil sie in der Kurzzeitpflege war und zu wenig Flüssigkeit bekam und exikiert ist (am Wochenende) Die Kinder haben sie dahingegeben, weil sie eben auch mal Urlaub machen wollten.
Sie haben dann die Enkel gebeten, da mal nach dem Rechten zu sehen, was die auch fast täglich hinbekamen. Einmal hat die Enkelin gesehen, dass der Wasserkrug am Abend noch so voll war wie am Vormittag. Sie sah eine Mitarbeiterin, die sprach sie an.
Die Mitarbeiterin sagte dann "Der Krug ist voll, der Becher auch und zwei gesunde Hände hat sie auch, was hindert sie am Trinken?" Auf die Idee, dass es die Demenz war kam sie offenbar nicht. Als ich die Enkelin fragte was denn da auf dem Namensschild stand, sagte die sie hätte keines getragen was sie für eine Qualifikation hatte wusste sie auch nicht.
Auf jeden Fall gab es dann eine Beschwerde und auch eine Meldung an die Heimaufsicht.
Die Frau war Diabetikerin man stellte ihr das Essen vor die Nase, spritzte Insulin und achtete nicht darauf ob sie was isst oder trinkt, war echt gefährliche Pflege, wären die Angehörigen nicht wäre sie auch nicht ins Krankenhaus gekommen.

Bei meiner Nachbarin war das auch nicht aufgefallen, dass sie weder Wäsche zum Wechseln noch Waschlappen und Handtücher dabei hatte, da musste ich erst für die Nacht ein Nachthemd und Handtuch und Waschlappen organisieren. Auch hätten die nie einen Sozialdienst eingeschaltet, wenn ich und die Polizei da nicht aktiv geworden wären, echt armes Deutschland...
 
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Ja solche gibt es wohl überall oder eben auch Leute, die keine Ahnung von Demenz haben etc. Eine Patientin von mir war bei uns weil sie in der Kurzzeitpflege war und zu wenig Flüssigkeit bekam und exikiert ist (am Wochenende) Die Kinder haben sie dahingegeben, weil sie eben auch mal Urlaub machen wollten.
Mir haben diese Leute (Servicekräfte) ja z. T. auch leid getan, weil die halt teilweise da einfach reingeschmissen wurden, ohne daß man ihnen was gezeigt hätte - einer wußte nicht mal, wo bei uns auf Station die Küche ist.
Aber es gab auch andere, die gut gearbeitet haben und echt eine Entlastung für uns waren.
Die Frau war Diabetikerin man stellte ihr das Essen vor die Nase, spritzte Insulin und achtete nicht darauf ob sie was isst oder trinkt, war echt gefährliche Pflege, wären die Angehörigen nicht wäre sie auch nicht ins Krankenhaus gekommen.
:eek1: Das ist echt gefährliche Pflege!!
Drum war das früher auch gar nicht so schlecht, als wir (=die Pflege) das noch selbst machten. War zwar mehr Arbeit, aber man hatte eben die Kontrolle.
 
Genau, wir haben die Kontrolle. Die Enkelin der Patientin war so sauer wegen dem Heim und erst, als wir miteinander geredet haben kam sie auf die Idee, das die junge Frau mit der sie geredet hat vielleicht eine Servicekraft oder Praktikantin sein könnte.
Die Frau selbst kann je nichts für ihre Demenz und sie ist ja nie aggressiv oder wehrt alles ab. Die Patientin ist lieb nett und zugewandt, aber manchmal muss man eben auch die Angehörigen beraten. Als es nämlich essen gab, wollte die Patientin nichts essen, da habe ich die junge Frau ermuntert, doch mit der Oma zu essen, sie hatte Erdbeeren gekauft und stellte sie zum Essen dazu, die Oma nahm zwei Erdbeeren und aß dann auch ihr Abendbrot und trank zwei Becher.
 
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