Fachweiterbildung abgebrochen: Hilfe!

iggi

Junior-Mitglied
Registriert
09.04.2006
Beiträge
45
Beruf
Gesundheits-und Krankenpflegerin
Akt. Einsatzbereich
Häma/Onko
Hallo,

ich brauche unbedingt einen Rat. Ich arbeite seit fünf Jahren in der Anästhesie, habe letztes Jahr die Möglichkeit bekommen meine Fachweiterbildung I&A zu machen was ich im November begonnen habe. Das es schwierig wird war mir von Anfang an bewusst, aber irgendwie hat mich das alles so sehr gestresst das ich sehr häufig krank war und zeitweise auch im Krankenhaus lag. Das war einmal kurz vor einer Fachmodulprüfung, die ich dann zwar gut bestanden hab aber das war natürlich sehr viel Stress. Beim anderen mal hab ich eine Prüfung komplett verpasst.
Meine Familie hat sich sehr große Sorgen um meine Gesundheit gemacht und ich natürlich auch und so habe ich vor ein paar Tagen schweren Herzens entschlossen die Fachweiterbildung abzubrechen.
Auf der einen Seite bin ich erleichtert auf der anderen Seite hatte ich natürlich ein sehr unangenehmes Gespräch mit der PDL was mir im Moment zusätzlich noch schlaflose Nächte bereitet. Sie war nicht begeistert vor allem weil im vorangegangenen Kurs die Kollegin schon wegen Schwangerschaft abgebrochen hat.
Ich muss auch die Gesamtkosten zurück erstatten, so steht´s auch im Vertrag. Auch wenn ich es irgendwie bezahlen kann, es ist natürlich eine große Summe, was mir zusätzliche Bauchschmerzen macht.

Jetzt hat mir meine Chefin erstmal meine restlichen Urlaubstage gegeben, die noch nicht verplant waren und dann in gut einer Woche fange ich wieder, nach fast einem Jahr die ich auf Intensiv verbracht hab wieder in meiner Abteilung an. Ich habe auch große Angst davor was meine Kollegen dazu sagen, vor allem weil sie mich vorgeschlagen und es mir zugetraut haben.

Inzwischen habe ich auch einen Heilpraktiker aufgesucht und hoffe das ich meine Probleme in den Griff bekomme. Bei den verschiedensten Ärzten war ich natürlich auch schon, aber bisher ist noch keine so richtige Ursache gefunden worden. Und in Zukunft will ich mich auch nach Alternativen umsehen obwohl mir die letzten Jahre in der Anästhesie sehr gut gefallen haben und ich auch vorher noch nie so häufig und auch nie so heftig krank war.

Vielleicht gibt es hier ja jemanden der ähnliche Probleme hat bzw. hatte aber bei meiner Suche hier hab ich zu diesem Thema noch nichts gefunden.

Viele Grüße
iggi
 
Was deine Kollegen denken, sollte dir egal sein. Es geht um dich. Um dich ganz allein und um deine Gesundheit. Es wird kein Kollege kommen und sich für deine Aufopferung bedanken, wenn du wegen Krankheit auf Dauer arbeitsunfähig wirst.

Kennst du den Begriff "Psychosomatik". Und ist dir bekannt, dass man ein Burnout als eine Depression mit einer maniformen Abwehr beschreibt. Was hat der Psychiater empfohlen? Wie steht es mit einer Kur? Und warum nimmst du Urlaub wenn du krank bist?

Elisabeth
 
Ja, natürlich was die Kollegen sagen kann mir egal sein. Ich höre ja auch auf meinen Körper und auf meine Gesundheit und klar, letztenendes zahlt mir kein AG wenn ich meinen Beruf nicht mehr ausüben kann.

Beim Psychiater war ich nicht. Psychisch geht es mir eigentlich gut. Was mich hauptsächlich gestresst hat war das ich so anfällig war und dann oft mit üblen Nebenwirkungen der Antibiotika zu kämpfen hatte. Die krieg ich aufgrund von nem angeborenen Herzfehler (der mich körperlich nie eingeschränkt hat) immer gleich verschrieben weil jeder Hausarzt auf Nummer sicher gehn will.
Das arbeiten und lernen hab ich als machbar empfunden, auch habe ich immer viel Unterstützung von der Familie gekriegt. Nur durch die vielen Fehltage hab ich viel verpasst. Teilweise war ich mal nur 5,6 Wochen fit und dann wieder krank. Früher hab ich die auch viel besser vertragen, aber dieses Jahr hatte ich immer mehr mit Nebenwirkungen zu kämpfen und länger gebraucht bis ich wieder fit war. Mein Heilpraktiker sagte auch das mein Körper total übersäuert ist.

Ich glaube jetzt, wo die PDL eh nicht gut auf mich zu sprechen ist wäre eine Kur nicht so toll, aber das wäre in Zukunft mal was.

Und nein, ich bin nicht mehr krank geschrieben. Ich habe nur noch Resturlaub der eh irgendwie verplant werden muss und den hat mir meine Chefin eben jetzt gegeben das ich noch ein bisschen Zeit habe mich zu erholen.
 
Ich glaube jetzt, wo die PDL eh nicht gut auf mich zu sprechen ist wäre eine Kur nicht so toll, aber das wäre in Zukunft mal was.
Und in der Zukunft gibt es einen "passenden Zeitpunkt"? Es dauert ohnehin, bis eine Kur bewilligt ist und man diese antreten kann. Wenn du dich jetzt nicht darum kümmern willst, wann dann? Ich habe den Eindruck, du unterschätzt die Auswirkungen auf deine Gesundheit und stellst sie deshalb möglichst hinten an. Aber das ist nicht so gut, denn wenn die Gesundheit irgendwann zusammenbricht, kannst du auch nicht mehr arbeiten gehen.

Was die Rückzahlung betrifft, das solltest du rechtlich von einem Fachanwalt oder einer Gewerkschaft prüfen lassen.

Ben
 
Hallo iggi,

mein Mann hat seine FWB damals auch abgebrochen (u.a. ist sein Vater damals sehr plötzlich verstorben was ihn familiär ziemlich eingeschränkt hat aber auch vorher war er mit den ständigen Anforderungen schon sehr unzufrieden und unter Druck...). Seine PDL war damals auch etwas "angekäst", hatte wenig Verständnis für seine Situation - klar, sie hat ja auch ein Jahr lang ordentlich Geld in ihn investiert...
Seine Kollegen haben seine Entscheidung damals als schade aber auch als sehr mutig angesehen, ihm Verständnis entgegen gebracht.
Er war nach seiner Entscheidung wieder ein anderer Mensch, total entlastet und "mit sich im Reinen" was glaube ich die Hauptsache ist.
Mach dich nicht verrückt, steh du selbst zu deiner Entscheidung, dann werden die Fragen von Kollegen auch sicherlich nicht so unangenehm - du hast doch nichts verbrochen!
Alles Gute für Dich!
 
... Mein Heilpraktiker sagte auch das mein Körper total übersäuert ist. ...
Als Intensivfachkraft weißt aber schon, dass das absolut unmöglich ist. Oder?

Elisabeth
 
Ich musste auch wegen einer Psychosomatischen Erkrankung die PA Ausbildung abbrechen. Was da hilft sind nicht irgendwelche Heilpraktiker sondern nur ein Gang zum Psychiater, Tabletten Einnahme und Psychotherapie. Ich weiß nicht ob du das schon gemacht hast, hab jetzt nicht alle Posts durchgelesen. Aber für mich war das, plus eine Reduktion der Arbeitszeit auf 80 % das richtige
 
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Reaktionen: Elisabeth Dinse
Die PDL ist immer unfreiwillig in der "Sandwich-Position" - nach Oben lächeln, nach Unten treten. Denke lieber an Dich selber und versuche auszublenden/zu verarbeiten was andere über Dich denken!
Lieber zum Amtsarzt und sich freistellen lassen als inoffizielle Absprachen treffen usw. Irgendwie haben so viele Angst davor zu einem Amtsarzt zu gehen, aber das ist eigentlich Quatsch. Die werden ziemlich gut geschult und es kostet die Nichts deine wirkliche Situation zu attestieren. Umschulung/Reha - alles besser als sich selber zu opfern!!!
 

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