Für mein Verständnis muss das Examen gar nicht "zurückgegeben" werden. Wenn eine solche "Anti"-Haltung zu einer Berufskammer durchgezogen wird, macht das die Kammer für denjenigen mit der Aberkennung zur Führung der Berufsbezeichnung.
Zudem scheint mir die Art wie die berufständische Veränderung (im Sinne einer gewünschten Verbesserung) durch Möglichkeit der Selbstverwaltung von manchen Gruppen verteufelt wird, rational nicht nachvollziehbar. Unabhängigkeit kann eben nur durch Selbstfinanzierung stattfinden und die Androhung zur Berechnung eines "Höchstsatzes" beim nicht Nachkommen einer satzungsgemäßen Mitteilungspflicht ist eben "worse case" und nicht die Regel! Aber das rauspicken von solchen Eskalationsmöglichkeiten um damit die ganze Sache schlecht zu machen hat eben was polemisches.
Wie kam es denn zu den Begehrlichkeiten einer Selbstverwaltung und damit Verkammerung: mir sind etliche Kollegen bekannt, die während meiner über 40jährigen Pflegetätigkeit sich erfolgreich über Jahre hinweg jeglicher Schulung, Fortbildung und damit Entwicklung zu einer zeitgemäßen Arbeit am Patienten entzogen haben. Hätten nicht andere Kollegen immer mal wieder neue Aspekte in die Pflege mit in die Prozesse eingebracht würden die genannten noch heute "eisen und föhnen"!
Evidenzbasierte Pflege kommt aus der Pflegeforschung und deren Erkenntnisse kommen nur über lebenslange Fortbildung, Schulung und aus der Lektüre von Fachartikeln zur Umsetzung. Dass diese einer bestimmten Regulierung und gelenkten Dokumentation bedürfen, haben wir den beschriebenen Vorzeigekollegen zu verdanken. Und, - das beschriebene Szenario ist nur ein kleiner Teil dessen, was zur Kammer geführt hat und was eine Kammer anders (besser) machen soll.
Geben wir ihr doch dazu einfach mal eine gerechte und faire Chance!