Zulagen in der 1:1-Betreuung

pflegesau

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28.01.2012
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Guten morgen zusammen.....

Ich arbeite seit August 2011 in der ambulanten intensivbetreuung in 12 stunden schichten.... laut arbeitsvertrag bekomme ich ein fixes monatliches Gehalt ohne zulagen etc.... in den letzten zwei Monaten haben vier Mitarbeiter gekündigt weil die bezahlung in anderen firmen wohl besser ist.... daraufhin wurde mir mitgeteit das ich einen monatlichen Bonus von 250 Euro bekomme.....
Jetzt habe ich die Abrechnung bekommen und von den 250 Euro bleiben nur 100 euro netto übrig.... obwohl wir jetzt anstatt der vertraglichen 15 dienste jetzt locker 20 pro Monat machen.....
Jetzt meine frage: ist der AG verpflichtet zulagen für sonntags-, Nacht- und feierrtagsarbeit zu zahlen? Bin mit dem Bonus nämlich nicht wirklich einverstanden.... und bevor ich ins Büro renne hätte ich gerne ein paar Meinungen.....
Wünsche euch noch einen ruhigen und erfolgreichen Tag.....

Lg Heike
 
Hallo Heike,
da sich ja solche privaten Intensivpflegedienste nicht nach Tarifverträgen richten oder sich auch nur daran "anlehnen",steht's dem Arbeitgeber frei,ob er Zuschläge gewährt oder eben ein Festgehalt zahlt. Hast Du einen patientengebundenen Arbeitsvertrag ? Wenn ja,würde ich das entweder ändern lassen oder aber such Dir lieber ne neue Anstellung.
Hintergrund ist,daß wenn Dein Patient stirbt oder längere Zeit im KH liegt,Du eigentlich arbeitslos bist,da der Vertrag nur auf Deinen Patienten läuft.
Auch muß man sehen,daß ein Intensivpflegedienst für einen bis 16 Stunden täglich beatmeten Patienten so um die 15.000-17.000 Euro/mon. und für einen über 16 Stunden beatmeten Pat. 20.000-25.000 Euro/mon. von den Krankenkassen bekommt. Je nach dem,wieviele Patienten Ihr betreut,kommt da ein schönes Sümmchen zusammen und dieses Sümmchen beiinhaltet die Personal-und Lohnkosten,so daß Dein Chef im Grunde selber keine oder wenig Ausgaben hat.
Von daher sind 250 Euro,voll versteuert,der reine Lacher !
Ich hab so den Eindruck,Du bist an ein schwarzes Schaf der Branche geraten,also schau Dich um und such Dir einen seriösen Anbieter !
 
Ich kann meiner Vorschreiberin da nur Zustimmen. Das ist wirklich lachhaft. Die Firmen kassieren ein Schweinegeld für so einen Pat. Leider, wenn der Arbeitsvertrag so geschrieben ist, kannst du da nicht viel machen. Das sind freie Verträge, die Firmen können damit dann quasi machen was sie wollen. Ebenso wenn der Vertrag Patientengebunden ist. Sobald der Pat verstirbt, bist du raus, es sei denn sie machen dann einen neuen Vertrag bei einem anderen Pat. Wenn du magst, kannst du mich mal per PN anschreiben, ich war früher bei einem Pflegedienst beschäftigt, der wirklich Top war und wo man auch gut verdient hat und nicht übern Tisch gezogen wurde.
 
Ob es die Zuschläge wirklich rausreißen ist fraglich, meist ist dann das Nettogehalt geringer, ich bin momentan selbst auf der Suche nach einem AG der mehr bezahlt und nicht noch bei anderen Sachen be******t (ums mal auf deutsch auszudrücken), aber manchmal hab ich das Gefühl die sprechen sich untereinander ab. Entweder sie zahlen Zuschläge dann komm ich mit den durchschnittlich zu erwartenden Zuschlägen auf fast das Gleiche wie momentan (Dezembergehalt z.Bsp. 1550 netto und da ist Weihnachten mit 2x150% 1xsonntag mit 50% und sechs Nächte mit 25-40% drin) oder sie zahlen ein Festgehalt von ca. 14 Euro (das ist das absolute Maximum) dann habe ich so ca. 1400 Euro raus, nimmt sich also net viel außer, dass es da dann keine Rolle spielt ob ich krank bin oder Urlaub habe und dadurch meine Zuschläge verliere (hatte ich als ich den gesamten November krank war nicht mal 1000 netto). Zumal es dann bei uns oft noch Theater gibt, wegen der Nachtdienste, wenn welche eingestellt werden, die nur Nächte machen und dann im Endeffekt eine 120 Stundenkraft mehr verdient, als eine Vollzeitkraft.
 
Zwanzig Zwölf-Stunden-Dienste im Monat??? Es ist nicht zu fassen!

Momentan arbeite ich bei einem Dienst, der in der Regel, gibt auch mal Ausnahmen wegen spezieller Situationen beim Patienten, nur 8h Dienst am Stück verlangt, dafür 13 € die Stunde zahlt, Zuschläge natürlich obendrauf, und trotzdem händeringend Personal sucht. Und hier vor Ort ist mir noch mindestens ein weiterer Dienst bekannt, der genauso gute Konditionen hat. Unbefristeter Arbeitsvertrag, Pflichtfortbildungen und Teamsitzungen sind Arbeitszeit und der Vertrag ist nicht an den Patienten gebunden. Die Bestmungsfortbildung wird auch bezahlt.

Warum sind eigentlich noch Leute bereit, zu miesen Bedingungen zu arbeiten?

Was die großen Summen angeht, die hier als Vergütung genannt werden: Um einen Patienten rund um die Uhr angemessen zu betreuen, braucht es ein Team von mindestens fünf Leuten. Das kostet. Die PDL und Bereichsleiter wollen auch Geld, die Gehaltsabrechnung kostet, die Fortbildungen und einiges mehr. Ich hörte neulich, sogar Büromiete etc. soll nicht umsonst sein...

Wer seine Leute gut bezahlt, wird mit Intensivpflege nicht reich.
 
Zwanzig Zwölf-Stunden-Dienste im Monat??? Es ist nicht zu fassen!
Hä? Wo steht das?

Warum sind eigentlich noch Leute bereit, zu miesen Bedingungen zu arbeiten?
Wahl zwischen Pest und Cholera. Ich weiß nicht in welchem Teil des Landes du ansässig bist? Ich im Östlichen. In der Region in der ich wohne, gibt es genau drei Intensivpflegedienste: Der bei dem ich arbeite, ein relativ Kleiner und neuer und en etwas größerer. Wie schon erwähnt, zahlen fast alle das Gleiche bzw. der Kleinere zahlt sogar noch weniger (zwar nicht extrem viel weniger, aber Kleinvieh macht auch mist) und selbst mein Vorstellungsgesprächspruch: "Ein Wechsel muss sich schon finanziell für mich lohnen", brachte nichts, dann wollten sie lieber auf mich verzichten (und ich hab weiß Gott sehr viel Berufserfahrungen und auch etliche Fort- und Weiterbildungen). Krankenhaus bezahlt noch schlechter (haben etliche Kollegen die sich bei uns auf 400 Euro basis noch was dazu verdienen/müssen). Ambulante Pflege: Wenn du da mal einen PD findest, der gut bezahlt, holen die das wieder rein, in dem es keine Fahrzeiten gibt und die Tourenpläne so ausgelegt sind, dass du jeden Tag ein bis zwei Stunden Freizeit drauflegst.
Wer seine Leute gut bezahlt, wird mit Intensivpflege nicht reich.
Naja unsere Geschäftsführer sind dann wahrscheinlich sehr reich. Davon aber mal abgesehen, zu dem was du an Nebenkosten genannt hast, kommt zumindest bei größeren Intensivpflegediensten dann noch dazu, dass auch das nicht pflegerische Personal bezahlt werden muss (und das die nicht für 1400 Netto arbeiten gehen is ja wohl klar): Rechtsabteilung, Geschäftsführung, Personalabteilung, Qualitätsmanagment, Fortbildungsabteilung, Casemanagment, Lohnbuchhaltung, die ganzen PDL's ...
 

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