Praxisanleitung eines Azubis mit herausfordernder Kommunikationskultur

Cistrose

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102
Ort
Bayern
Beruf
Gesundheits-und Krankenpflegerin,Altenpflegerin
Funktion
Praxisanleiterin, Wundexpertin ICW
Hallo @all

Leider habe ich heute als Anleiterin eine sehr demotivierende Situation erlebt.

Bin auf einer internistischen Station als Springer für Anleitungen eines Azubis eingeteilt worden.
Dort war ein Azubi im dritten Ausbildungsjahr. Sein Examen ist im Sommer diesen Jahres.
Er ist für 400 Std bei uns und benötigt 40 Anleiterstunden. Anlehnend an den KB und der Lernaufgabe der Schule, wollte ich mit ihm alles orderntlich durchgehen.
Er beklagte, dass er noch bis Juni auf dieser Station ist und nur zwei Anleiterstunden erhielt. Seit seiner Ausbildung wurde es laut seiner Aussage schon immer so gemacht, dass Anleitungen einfach unterschrieben wurden, ohne tatsächlich angeleitet worden zu sein. Also das bedeutet, es muss ja irgendeine PA unterschrieben haben. Eine PFK ohne Wb darf nicht unterschreiben. Nun ist er entsprechend auch in einer Art Resignation, was ich auch verstehen kann.
Was mich allerdings stört ist, ich bin sehr motiviert, mit ihm wichtige Basics die er benötigt, durchzugehen. Er allerdings bezieht sich auf inkompetente Anleitungen, die er bisher schon in drei Jahren erlebt hat. Meine Beurteilung ist ihm seiner Aussage nach"Wurscht", weil es in seiner Note eh nichtmehr mit einfließt. Er fragt mich, ob ich überhaupt eine PA mit Registrierung sei und meine FoBi's absolviert habe..*lach... Also er hat sozusagen eine "ganz tolle Basis" zwischen uns beiden geschaffen. Ich habe ihn heute das erstemal gesehen, bin eigentlich bei Azubis beliebt, weil ich eine schöne Atmospäre herstelle und mir das psychische Wohlbefinden der Azubis wichtig ist..
Nun lehne ich Anleitungen an ihm ab. Werde Montag mal mit den anderen Anleitern darüber sprechen denn vermutlich müsste es einen Grund haben, weshalb er bisher noch keine Anleitung erhielt.
Und ehrlich gesagt.. ich habe mein Examen ich muss mich nicht zum Hampelmann machen. Wenn er keinen Bock hat, lasse ich ihn auflaufen.
Ich kann ihm nur Lernangebote geben, er muss sie aber dann auch annehmen. Wenn nicht, pech. Er ist erwachsen.
Auch ein gutgemeinter Rat, dass auch wir Krankenpfleger/innen uns auch nach vielen Jahren kritisch auf ein Up date hinterfragen müssen, ist an ihm vorbeigegangen.
Auch das ich ihn zu Bedenken gab, dass die allerbesten Fachkräfte die sind, die eine hohe Selbstreflexion haben, auch wenn das Examen lange zurück liegt, scheint ihn überhaupt nicht zu interessieren..

Ich bin da raus...
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Cistrose,

Das ist natürlich ein sehr krasser Fall.
Aber ich kann deine Reaktion verstehen. Auch ich würde die Anleitung in diesem Fall ablehnen....und vielleicht sogar einen Schritt weiter gehen:

Eine offizielle Meldung an die Schule (als Ausbildungsverantwortlichem), dass der Azubi die angebotene Anleitung und die Note "Wurscht" sei. Und auch klar dokumentieren, dass durch sein provokatives Hinterfragen der Qualifikation das Angebot der Anleitung als "abgelehnt" dokumentiert ist. Bedeutet: Es wird dokumentiert, dass der Azubi keine Anleitung will und daher keine stattgefunden hat. Somit fehlen die Stunden und er dürfte zur Prüfung nicht zugelassen werden . (evtl. sogar Richtung "Arbeitsverweigerung"??)

Ich weiß, meine Idee ist provokativ. Aber vielleicht könnte ein kurzfristiger Termin mit der Schule den Azubi zum Nachdenken bringen.

Nur eine Idee
Einer
 
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