Port-a-Cath zu Hause versorgen - Ein Risiko?

Carnevale

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22.11.2006
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33
Beruf
Examinierter Gesundheits- und Krankenpfleger / Examinierter Altenpfleger
Akt. Einsatzbereich
Geriatrische Rehabilitation Schwerpunkt Internistische Medizin / Orthopädie
Grüß Gott :)

Ich stehe vor einer doch nicht einfachen Entscheidung und zwar kommt über Weihnachten meine Tante aus der Schweiz zu unsrer Familie zu Besuch. Problem dabei: Sie war lange stationär und auf Reha aufgrund eines mycobakterium avium (laut ihrere eigenen Aussage, ich weiß keine Details und kenne diese Krankheit auch nicht) und muss seit dem über einen Port-a-Cath täglich NaCl und ein Antibiotikum bekommen. Sie geht werktags in eine Zürcher Klinik und am Wochenende kommt ein Ambulanter Dienst.

Wenn sie über Weihnachten zu uns kommt darf sie die Therapie nicht unterbrechen. Jetzt die Frage: Wäre es möglich dass sie teilweise selbst (es gäbe die Möglichkeit dass der Ambulante Dienst es ihr zeigt) oder ich (2. Lehrjahr in der Integrativen Pflege Ausbildung) das zuhause durchführe? Der Arzt vor Ort hat empfohlen aus Sicherheitsgründen das an einer Klinik machen zu lassen, jedoch wäre das jeden Morgen um 8.30 Uhr eine Strecke von 30 km.

Ich möchte behaupten dass ich trotz 2. Lehrjahres schon ein guter Pfleger bin und würde mir zutrauen den Port-a-Cath zusammen mit meiner Tante zu versorgen, jedoch kenne ich das System selber nicht, sondern habe nur Erfahrung mit ZVK.

Die Sozialstation in unserer Gegend weigert sich deswegen zu kommen, ihnen wäre der Umgang mit Port-a-Cath ohne einen Arzt untersagt.

Was ist eure Meinung oder Empfehlung? Ich habe bisher schon das hier gefunden, was sich für mich als nicht gerade schwer anhört.
 
Hallo Carnevale!:lol:
Mach es nicht!Du bist Rechtlich nicht abgesichert und wenn was passiert wirst du auch nicht Glücklich!
Ich will nicht deine Kompetenzen in Frage stellen!
Gibt es nicht eine Arztpraxis in der nähe? wenn sie in Deutschland versichert ist darf das kein Problem sein!
Auch mit Examen ist man nicht Berechtigt dieses ohne Ärztliche Überwachung auszuführen!
Mein Wissensstand
mfg Peffi
 
Ärztepraxen gibt es genug in der Gegend, allerdings geht es ja um die Feiertage, das ist das Problem. Beim Ärztlichen Notdienst sind dann halt an 3 Tagen 3 verschiedene Ärzte und das will meine Tante nicht.

Was ist denn an der Sache so gefährlich dass ein Arzt dabei sein muss?
 
Du und ich wissen das wir dieses praktisch können!
es ist die rechtliche Grundlage!Wir dürfen es nicht da bei Komplikationen du und deine Tante nicht abgesichert seit!
Und was willst du tuen wenn das medikament den Transport nicht Verträgt und deine Tante dann auch nicht? Durch dumme Zufälle Luft in den Kreisslauf kommt?
Das sind Fragen die nicht aus der Luft gegriffen sind.
Peffi:freakjoint:
 
Hmm ich dachte das sei nicht so relevant mit Transport usw. da sie es ja schon seit Monaten zu Hause auf diese Methode bekommt.

Ich habe dabei ja auch kein gutes Gefühl und könnte mir schöneres vorstellen. Aber trotzdem danke für deine Antworten, auch wenn ich hier vllt. etwas pampig rüberkomme :)
 
Sorry wenn ich mich jetzt hart anhöre aber wenn deine Tante keine fremden und abwechselnd Ärzte möchte muss sie zuhause bleiben. Auch in Deutschen Kh wechseln die Ärzte.
Ihr spielt mit deiner Zukunft!
Liebe Grüsse
Peffi
 
Ich habe dabei ja auch kein gutes Gefühl und könnte mir schöneres vorstellen.

Genau dieses Gefühl solltest du bewußt wahrnehmen und dich nicht zu einer Selbstüberschätzung hinreißen lassen. 30 km sind nicht die Entfernung- die man nicht jemandem zumuten kann. 2 x 30 min Weg und die Sicherheit, dass für die Tante alles richtig läuft. Ansonsten bleibt ggf. der Notarzt- udnd ob deine Tante das gut findet ist da für dich eher zweitrangig. Du solltest als allererstes an dich denken. Lass dich von deiner Familie da nicht unter Druck setzen.

Elisabeth
 
Hallo Carnevale!

Also bei uns war Port anstechen grundsätzlich Arztsache (verhält sich wie mit Braunülen, die ja auch nur der Arzt legen darf). Anhängen von Medikamenten (außer Zytostase) kann dann schon Vom Pflegepersonal übernommen werden.
Die Portnadel kann über mehrere Tage belassen werden, das heißt der Port muß nicht immer neu angestochen werden, aber unbedingt nach Anweisung mit Heparin und NaCl durchgespült werden.

Ich würde dir auf jeden Fall empfehlen das Krankenhaus aufzusuchen!
30km und Zeitfaktor werden gering im Gegensatz dazu wenn dir als unerfahrener Pflegekraft ein Fehler passiert ,der dein späteres Leben negativ beeinflußt.

Ausschlaggebend ist nicht das was wir glauben zu können, sondern in dem Fall die rechtliche Seite.

Gruß Manu
 
Also bei uns war Port anstechen grundsätzlich Arztsache (verhält sich wie mit Braunülen, die ja auch nur der Arzt legen darf). Anhängen von Medikamenten (außer Zytostase) kann dann schon Vom Pflegepersonal übernommen werden.
Die Portnadel kann über mehrere Tage belassen werden, das heißt der Port muß nicht immer neu angestochen werden, aber unbedingt nach Anweisung mit Heparin und NaCl durchgespült werden.

Also vom selbst daran rummachen würde ich dir auch auf jedenfall abraten.
Finger weg!
Was ich allerdings nicht verstehe warum es der pflegedienst nicht macht? Arbeite in der ambulanten Pflege und wir hatten schon oft Patienten mit Port nur wie im Zitat beschrieben das Anstechen war Arztsache und alles andre haben wir übernommen. Vielleicht probierst du mal bei einem anderen Pflegedienst zu fragen.
Grüßle Sassy
 
Hmm, vllt. dachte der Pflegedienst das anstechen müssten sie ebenfalls machen?

Aber ich denke das mit dem Krankenhaus wäre da schon die bessere Lösung, nicht das hinterher das Weihnachtsfest verdorben ist. Danke für eure sachlichen Statements :)
 

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