Hallo Sonnenblume,
dier erste Frage die Du Dir dabei stellen musst ist immer:
Was kann die Patientin tun? Wie kann ich sie in Ihrem Tun unterstützen?
Inwieweit kann sie z.B. Arme und Beine mitbenutzen, um kopfwärts in Rückenlage im Bett zu bewegen?
Kinaesthetics ist nützlich , um eine solche spezifische Situation zu analysieren...jedoch ist es schier unmöglich, hier im Internet mal nen "schnellen Tipp" respektive die "ultimative Lösung" zu geben.
Um zu einer Lösung zu gelangen, ist es notwendig, verschiedene Aspekte von Bewegung in Eigen- und Partnererfahrung kennen zu lernen und individuell zu nutzen.
Lernen kann man dieses in den Grund-und Aufbaukursen, welche Europaweit angeboten werden.
Kinaesthetics benutzt hierfür die sog. "Kinaesthetics-Konzepte", um verschiedene Blickwinkel auf Bewegungsaktivitäten nehmen zu können.
1. Interaktion
2. Funktionale Anatomie
3. Menschliche Bewegung
4. Anstrengung
5. Menschliche Funktion
6. Umgebung
Im 1. Konzept geht es darum, wie Menschen in Kontakt treten, interagieren und kommunizieren. Ziel ist es, die Sensibilität so zu schulen, dass ein gemeinsamer Austausch über Bewegung möglich ist.
Das 2.-4. Konzept beschäftigt sich mit verschiedenen Aspekten der Bewegung. Die Funktionale Anatomie beleuchtet den funktionellen Aufbau des Menschlichen Körpers in seinen stabilen und instabilen Anteilen. Betrachtet wird dieses auf den Ebenen der Knochen / Muskeln und Massen/ Zwischenräume. Das Thema Orientierung greift die Reihenfolge der Massen in der Bewegung auf.
Die Menschliche Bewegung knüpft daran an und betrachtet, wie man nun diese Anatomie gezielt für Bewegungsformen (Haltungsbewegungen- und Transportbewegungen) und daraus resultierende Bewegungsmuster (parallel und spiralig) nutzen kann.
Das Konzept Anstrengung behandelt den gezielten Auf- und Abbau von Muskelaktivität (ziehen und drücken) als Motor für die eigentliche Bewegung. Jede Aktivität benötigt eine spezielle Kombination dieser Anstrengungsarten, damit man sie ausführen kann.
Das 5. Konzept unterscheidet sich in sofern von den anderen, dass es verschiedene Kategorien von Menschlichen Funktionen benennt und unterscheidet. Es dient der Einordnung udn Klassifikation und kann auch zur Bestimmung der jeweiligen Kompetenz eines Menschen herangezogen werden...(Beispiel: Für Fortbewegung muss mann die Kompetenz haben, eine Position einnehmen und halten zu können).
Das sechste Konzept der Umgebung betrachtet, wie der Mensch seine Umgebung aktiv nutzen kann für spezifische Aktivitäten. Umgebung an sich (Pflegebetten, Stühle, Räume...) sind erstmal werde gut noch schlecht sondern als neutral zu betrachten. Die jeweilige Absicht betsimmt, ob die UMgebung passend ist oder nicht (Bsp: Lagerung. Wenn die Absicht ist, jemanden zu mobiliseren, dann muss die Unterstützungsfläche hart sein...die Unterstützung an harten Massen stattfinden. Ist die Absicht aber, den Pat. ruhig zu stellen, dann braucht es eine weiche Unterstützungsfläche sowie eine Unterlagerung an den Ziwschenräumen).
Diese sechs Konzepte lernst Du im Grundkurs kennen. Fokus ist hier die eigene Bewegung (personal "Ich").
Im Aufbaukurs werden spezifische Situationen analysiert unter Zuhilfenahme der Konzepte (professional "Ich und der Patient in einer komplexen Situation").
Den Übergang von der Anwender - zur Vermittlungsebene tust Du mit dem Peer Tutor und dem Trainer I (organisational "Ich in meiner Organisation").
Um dann selber Kurse geben zu dürfen, brauchst Du den Trainer II (Grundkurse) und Trainer III (Aufbaukurse).
Dieses soll einen kleinen Einblick geben in das komplexe und modular aufgebaute bIldungssystem.
Gelernt werden soll die Fähigkeit zu taktil-kinästhetischen Interaktionen über Bewegung und Berührung. Es gibt keine starren Techniken oder Muster, wenn etwas nicht geht....dann ändert es situativ ab.
Man kann daher auch nicht "Kinästhetisch" arbeiten ...sondern immer nur individuell nach "Herrn XY".
Daher kann man es auch überall anwenden. Wenn man aufgrund eines Krankheitsbildes kein spiraliges Bewegungsmuster ausführen kann, dann unterstützt man eben so, dass es mit der jeweiligen Einschränkung machbar ist.
Lille