Nachtschichten auf Intensivstationen

DomRio

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Altenpfleger / Krankenpfleger
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Unfallchirurgische Intensivstation
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Intensivpfleger
Hey ihr lieben, mich würde es mal interessieren, wie bei euch die Dienstpläne gestaltet werden ? Aber nur in der Nacht ? Sprich wie viele Tage arbeitet ihr durch und wie viele kriegt ihr frei ? Interessiert mich mal so ob es fast überall das gleiche ist. Also wenn wir jetzt davon ausgehen das ständig Dauer Nachtschicht gearbeitet wird. Einen ganzen Monat lang oder Monate :cool:

Danke Lg
 
Wieso denn das ?
 
Auflage von der Bezirksregierung. Die Bezirksregierung wollte sogar verbieten, dass man mehr als drei Nachtdienste am Stück macht. Das war aber nicht (bzw. geht nicht gibt's nicht, aber nur mit großem Aufwand und vielen Nachteilen für alle) möglich. Insofern haben sie sich darauf eingelassen, dass wir auch vier Nächte machen.
Deswegen ist bei uns nach einem Monat, wo jeder nur drei Nächte hatte, die alte Regelung wieder eingeführt worden. Das heißt, in der Regel hat man Nachtdienst entweder von Montag bis Donnerstag (also Freitag morgens raus) oder von Freitag bis Sonntag (also Montag morgens raus). Damit können bei uns alle leben.
Ha ha, jetzt hab ich ja doch unsere Nachtdienstregelung beschrieben :knabber: , obwohl ich eben noch gesagt hab, ich bin raus.:oops::knockin:
 
Aso das ist sogar durch die Bezirksregierung verboten worden??? Krass weil ich hatte noch vor 8 Tage oder so Nacht zu machen und dafür halt 8 wiederum frei ?
 
Warum verbietet man sowas? Was ist, wenn ich freiwillig (wie diesen Monat) ich gerne 8 Nachtdienste machen möchte. Es geht ja auch ums finanzielle
 
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Wir dürfen auch bis zu 8 Nächte wachen - aber wir werden tatsächlich gefragt! Ohne Druck!! Oder bitten sogar Darum!!! Wir sind 3 ehemalige Dauernachtwachen. Üblich sind 2 - 4 Nächte für dir restlichen Mitarbeiter.
Vor ca. 20 Jahren wurde die Dauernachtwache bei uns abgeschafft. Alle sollten in der Lage sein jede Schicht zu kennen und zu bewältigen.
Tatsächlich war dies für uns gut - vieles Neues bekamen wir vorher gar nicht so recht mit. Auch Patienten konnten wir besser beurteilen - Tag/Nacht Vergleich.
Die Stationsstimmung wurde auch besser! Jeder erlebte jetzt die Belastungen der anderen Schichten (ja, es gab auch nur Frühdienstler)
Aber ich bin am liebsten nachts am arbeiten :rocken:
 
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Wir hatten mal Dauernachtwachen, mit einem Rahmendienstplan Donnerstag bis nächste Woche Freitag, dann Frei bis zum nächsten Donnerstag. Die Zwischennächte wurden entweder von einer anderen Dauernachtwache abgedeckt, auf manchen Stationen hat das Tagdienstteam die Nächte gemacht. Alle waren zufrieden. Dann wurde von der Führungsetage beschlossen, dass alle Mitarbeiter alle Schichten machen müssen, so durften dann GKP die 30 Jahre nur ND gemacht hatten 3 Schichten arbeiten. Jetzt war niemand mehr zufrieden. Inzwischen haben so einige der älteren GKP ,Atteste gebracht die sie aus gesundheitlichen Gründe,n vom ND befreien. Jetzt waren noch mehr unzufrieden. Inzwischen sucht die Führungsetage,händeringend, Dauernachtwachen, weil es immer schwieriger wird die Nächte abzudecken, da die Personaluntergrenze auf manchen Stationen 2 Nachtwachen verlangt. Es gibt zur Zeit wieder ein paar Teilzeitdauernachtwachen, die machen 4-5,manche 7 Nächte am Stück. Meist nach einem Rahmendienstplan. Langsam kehrt wieder zufriedenheit ein. Wer nicht als Dauernachtwache arbeitet, darf maximal 4 Nächte am Stück machen. Meist sind es 2-3 Nächte.
 
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Hahahahaha wie SCHERZHAFT :kloppen:
Verstehe auch nicht wieso man es einfach nicht so belässt, wenn alle doch glücklich sind....:P
 
Dauernachtwachen sind unflexibel.
Ein hoch auf die unterbezahlte Flexibilität von Seiten des Arbeitnehmers.
 
Warum verbietet man sowas? Was ist, wenn ich freiwillig (wie diesen Monat) ich gerne 8 Nachtdienste machen möchte. Es geht ja auch ums finanzielle
Die Bezirksregierung beruft sich dabei auf irgendwelche Studien, dass es am gesündesten sein soll, ein Rollsystem zu fahren mit 1 Woche Früh, 1 Woche Spät, drei Nächte, frei... Wer auch immer diese Studien gemacht hat, hat definitiv nicht die Lebensqualität der arbeitenden Personen berücksichtigt. Wenn ich eine Woche Spät und dann drei Nächte machen soll, bin ich so was von im Eimer. 10 Tage lang null Privatleben und Schichten genau entgegen meinem Biorhythmus. Unsere Leitungen versuchen, den Quatsch so gut es geht zu umgehen, indem sie Dienste als freiwilligen Diensttausch markieren, damit es keinen Ärger gibt, wenn man in seiner Früh-Woche ein oder zwei Spätdienste hat und in der Spät-Woche ein oder zwei Frühdienste, also sprich eine gesunde Mischung, mit der jeder leben kann. Das gleiche gilt, wenn man mehr Nächte machen will. Bei uns gibt es kaum jemanden, der gerne so viele am Stück machen will, aber die beiden, die es möchten, bekommen eben dann ihre 7 Nächte, also quasi einen Dreier- und einen Viererblock hintereinander, wovon dann eben einer der beiden Blöcke als selbstgewünschter Diensttausch gekennzeichnet wird. Damit sind wir bisher immer durchgekommen. Soooo genau schaut die Bezirksregierung dann doch nicht drauf bzw. wenn die danach fragen, wird ihnen meistens der Dienstplan für den übernächsten Monat gezeigt, der noch im Rohstadium ist, wo eben diese Früh- und Spätwochen so hinterlegt sind, wie die es haben wollen.
Puh, gut, dass wir hier mehr oder weniger anonym sind. Wenn unsere Bezirksregierung mitbekommen würde, wie unsere Leitungen da tricksen, damit wir so arbeiten können, dass wir noch ein Leben nebenbei haben...

Edit:
Muss noch dazu sagen, dass wir keine Intensivstation sind (hab überlesen, dass es um Intensivstationen ging). Wir haben zwar Intensivkinder mit Monitoring, Trachealkanüle (spontan atmend), CPAP, Highflow o.ä., ZVK/Brovi/Port und so weiter, aber z.B. keine invasive Beatmung und keine arteriellen Zugänge. Und von den Nicht-Intensiv-Kindern ist ein großer Anteil mit hohem bis sehr hohem Pflegeaufwand, aber kardiorespiratorisch stabil und nicht direkt überwachungspflichtig. Aber Kinder, die mit Sedativa-Entzug oder "im Durchgang" von der Intensiv zu uns verlegt werden, sind auch nicht lustig. Da kann man durchaus mal die ganze Nacht mit beschäftigt sein...
 
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Oh Mann Hahahahahahaha :P:P
 
Ja, sorry, wer so blöde Vorschriften macht, will doch verar***t werden, oder? Von denen würde doch auch keiner so arbeiten wollen. Aber uns wollen sie das aufzwingen.
 
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Ist wirklich so Neuromaus, denke mir auch immer Vorschriften machen aber Hauptsache hinter dem Schreibtisch und selber keine Ahnung davon haben... Leute echt wir Pflegekräfte müssen endlich mal den Maul öffnen und zeigen wo es lang geht :kloppen: :mrgreen::mrgreen::mrgreen:
 
Oder man wird kreativ und findet "individuelle Auslegungen".:engel:
 
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Wahnsinn, die könnten doch einfach froh sein, dass die Leute mit den Dienstplänen glücklich zu machen sind. Wäre doch um einiges schlimmer, würde es bei euch ständig Streit geben, weil der eine die Schicht nicht machen will und der andere will die nicht, und am Ende ist jeder unglücklich. Ich kenn viele, die wirklich nur Nachtschicht machen wollen, und die anderen sind umso glücklicher, dass sie es dadurch nicht tun müssen.
Der Mist wird wohl immer ein großes Thema in der Pflege bleiben. Gastronomie ist von den Arbeitszeiten ja zum Teil noch schlimmer, eigentlich kein bischen mit dem Arbeitsrecht vereinbar, aber die Handelskammer sagt, das sei dort eben so und man könne sich nicht dagegen wehren. Leicht gesagt bei nem lockeren Bürojob mit Gleitzeit und geregeltem Leben.
 
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