Lasst uns an der Pflegesituation etwas verändern

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07.11.2012
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Hallo,

in den letzten Monaten hat sich bei uns im Team die Stimmung verschlechtert. Und wir waren ein gutes Team!
Warum?
Ihr kennt es: Unzufriedenheit
- weil Überstunden nicht honoriert werden,
- weil Druck von oben ungefiltert an uns weitergegeben wird,
- weil Kollegen ausgebrannt sind,
- weil wir das Gefühl haben, ausgenutzt zu werden,
- weil die Dokumentationswut anhält,
- weil wir bei unserem Gehalt eine erschreckend niedrige Rente erhalten werden, wenn wir im Pflegeberuf das Rentenalter überhaupt erreichen,
- weil die Kassen Millionen an Überschuss erwirtschaften (der z.T. auf unseren Personalabbau beruhen) und von dem wir nichts zurückbekommen,
- weil uns dennoch fortlaufend ein schlechtes Gewissen eingeredet wird, dass die Personalkosten die größten finanziellen Belastungen aller stationärer und ambulanter Einrichtungen wären.
Und weil wir uns unter Pflege etwas anderes vorgestellt haben, als wir uns für diesen Beruf entschieden haben.

Da möchte ich ansetzten: lasst uns zu den schönen und unschönen Seiten der Pflege einen YouTube-Kurzfilm gestalten. Damit können wir wieder (und das muss immer wieder geschehen) an die Öffentlichkeit gehen, unsere Belastung nicht in anonymen Zahlen, sondern persönlich darstellen und die Öffentlichkeit, aber auch mehr Pflegekräfte motivieren, Politik und Wirtschaft stärker unter Druck zu setzten.
Equipment habe ich und vorbeikommen tue ich auch.

Niemand wird für uns etwas verbessern, das müssen wir schon selber machen.

Bitte.
Schreibt mir.

LG
Pfleger Patrick
 
falls du derartiges überhaupt realisieren wirst - was ich anzweifle - wird es nichts verändern. der effekt wird im besten fall vollständig verpuffen.

im schlechtesten fall werden aktionen dieser art die verschlechterung der gesamtsituation in der pflege etwas bremsen; was verhindert werden muss, da nur eine drastische eskalation der umstände überhaupt auch nur das potential echter veränderung mitbrächte.


daher hoffe ich, dass auch diese idee - bevor sie hilft, den unerträglichen status quo zu wahren - lieber gleich und vollständig scheitert.


mein tipp:

falls machbar: raus aus der pflege.
 
Warum wehrt sich das Team net geschlossen vor Ort?

- keine Überstunden ohne Extrahonorar,
- ausgebrannte Kollegen gehen zum Arzt bzw. nehmen entsprechende professionelle Hilfe in Anspruch
- Dokumentation anpassen- wo steht geschrieben, dass jede noch so kleine Handreichung mit vielen Worten dokumentiert werden muss, Wie oft wird was dokumentiert?
- Ohren zu, wenn moralischer Druck gemacht wird, nicht mehr alles auf sich persönlich beziehen
Und ganz besonders wichtig:
- Ideale an die Realität anpassen- man kann nur das machen, wofür die Zeit auch reicht. Prioritäten setzen und diese auch nicht immer wieder erweitern sondern bei einem einmal festgelegten Standpunkt bleiben.

Und da ich weiß, dass so etwas kaum realisierbar ist- es ist in der Pflege eher unüblich so etwas als Team konsequent durchzuziehen- kündigen und nach einem anderen Arbeitsplatz Ausschau halten. Nebenbei- Pflege verdient net unbedingt am Schlechtesten wenn nach Tarif gezahlt wird. Warum so viele sich unter Wert verkaufen... das ist net Schuld der Politik. Da muss schon jeder selber an sich denken.

Elisabeth
 
Hallo,
nur ein kleiner Einwurf...
Und weil wir uns unter Pflege etwas anderes vorgestellt haben, als wir uns für diesen Beruf entschieden haben.
Bei mir war es „damals“ so, dass die Pflege mit allem drum herum, also neben der eigentlichen Arbeit auch Wertschätzung, Mitarbeiterführung, Beschwerdemanagement, Gehalt, Weihnachts- Urlaubsgeld usw. in der Tat anders war, als das was wir heute erleben.

Die ersten Jahre meiner Laufbahn stimmte zumindest bei mir Vorstellung und Realität überein. Das ist heute anders.
VG
lusche
 
Hallo,

Warum wehrt sich das Team net geschlossen vor Ort?

- keine Überstunden ohne Extrahonorar,
- ausgebrannte Kollegen gehen zum Arzt bzw. nehmen entsprechende professionelle Hilfe in Anspruch
- Dokumentation anpassen- wo steht geschrieben, dass jede noch so kleine Handreichung mit vielen Worten dokumentiert werden muss, Wie oft wird was dokumentiert?
- Ohren zu, wenn moralischer Druck gemacht wird, nicht mehr alles auf sich persönlich beziehen
Und ganz besonders wichtig:
- Ideale an die Realität anpassen- man kann nur das machen, wofür die Zeit auch reicht. Prioritäten setzen und diese auch nicht immer wieder erweitern sondern bei einem einmal festgelegten Standpunkt bleiben.

Und da ich weiß, dass so etwas kaum realisierbar ist- es ist in der Pflege eher unüblich so etwas als Team konsequent durchzuziehen- kündigen und nach einem anderen Arbeitsplatz Ausschau halten. Nebenbei- Pflege verdient net unbedingt am Schlechtesten wenn nach Tarif gezahlt wird. Warum so viele sich unter Wert verkaufen... das ist net Schuld der Politik. Da muss schon jeder selber an sich denken. Elisabeth

Immer und überall ist es das Gleiche.
Egal in welchem Haus, es fängt bei den Verwaltungschef`s an und das ist auch überall bekannt.
Seit Jahren-(zehnten) haben die Verwaltungschef´s die "politische" Macht in den Häusern.
Ärztliche Direktoren werden genau wie wir eingekauft, nur das sie mehr Privilegen (um sich nebenher und legitim ihre Taschen füllen zu können. Bsp. Privatpat.) zugestanden bekommen.
Dafür müssen sie auch bei verschiedenen Dingen wegschauen (z.Bsp. Pflegepersonalmangel) und fleißig lukrative Untersuchungen und Behandlungen "für" das Haus durchzusetzen.

Stinkt der Kopf vom Fisch, ist der Rest vom Fisch auch schlecht. Genau so ist es mit unserem Gesundheitssystem.
Da sind zuviele Mächtige am Werk, jeder krallt sich an seinen Sessel fest und bevor ihr Sessel fällt, fallen Baueropfer: wir!

Das ganze wird unterstützt durch gesetzliche Arbeitsverträge, die das System aufrechterhalten erhalten.

Der Druck von Oben, der Druck von Unten und unser gegenseitiger Druck lässt uns da stehen wo wir stehen.

Man(n)/frau muss sich auch "leisten" können kein Schwein (unkollegial) zu sein.

StimmenfürdiePflege: Da möchte ich ansetzten: lasst uns zu den schönen und unschönen Seiten der Pflege einen YouTube-Kurzfilm gestalten.
Pflege"not"standfilme gibt es massig.
Wie will man den Leuten klar machen das wir 364 Tage an 24 Stunden Dienste leisten unter "diesen" bekannten vorhandenen Bedingungen.

Können wir Gespräche zeigen wie Leitungen einen unter Druck setzen? Wie Personal zu Hause ständig in ihren Frei angerufen werden um Dienste zu übernehmen? Wie Personal per "Post" dienstverpflichtet wird? Zu Gesprächen "vor"geladen werden?
Brannt aktuell Weihnachtsdienste und Silvesterdienste? Familie (Junioren- Senioren unter dem Weihnachtsbaum) und Beruf.

LG
Claudia B.
 
Es gibt jemanden, der Druck ausübt, ausbeutet usw. ... und es gibt jemanden, der dieses duldet. Pflege scheint hier ein Paradebeispiel zu sein. Und weil dies so ist, kann der Verwaltungsdirektor seine Arbeit machen ohne darüber nachdenken zu müssen, wie er ev. Geld anders verteilt. Wie kommt es eigentlich, dass der Chefarzt frei von jeglichen Skrupeln seinen Wert festlegt und diesen auch bezahlt sehen will? Ich geh mal davon aus, dass es in dieser Berufsgruppe kaum einen gibt, der so massiv an einem Helfersyndrom leidet, wie man es zahlreich in der Pflege findet.

Es wird sich nix ändern an den Bedingungen- es sei denn, wir machen Druck. Dafür müssen wir uns aber verändern- auch wenn es schwerfällt.

Elisabeth
 
von Elisabeth Dinse: Es wird sich nix ändern an den Bedingungen- es sei denn, wir machen Druck. Dafür müssen wir uns aber verändern- auch wenn es schwerfällt.
Ja, doch ja, nur wie (ohne Schutz und Rückhalt) ist die Frage.

von Elisabeth Dinse: Warum wehrt sich das Team net geschlossen vor Ort?
Weil es unterschiedliche (befristete, mit Zusätzen ect.) Verträge gibt, unterschiedliche Lebensituationen, der Spruch, wenn dann alle gleich ist nicht umsetzbar.

von Elisabeth Dinse:- keine Überstunden ohne Extrahonorar,
s. eins höher.

von Elisabeth Dinse:- ausgebrannte Kollegen gehen zum Arzt bzw. nehmen entsprechende professionelle Hilfe in Anspruch
Wenn sie es nur mal tun würden, generell bei krank.
Ich habe eine Kollegin, die hat seit Anfang des Jahres einen Fersensporn (kurze Krankmeldung), ein halbes Jahr später , nach dem Urlaub wieder, (extremer Personalmangel, einspringen angesagt) eine kurze Krankmeldung, jetzt geht es auf Weihnachten und Silvester zu ("der" Fersensporn: jammerm stöhn, humpel....., ah und dann tut noch das Kreuz und das Knie, sollte auch schon mal operiert werden, weh. Ach und der Magen muckt auch. Alles wird von Nacht zu Nacht aufgebaut, fängt im li. großen Zeh an, geht durch den gaaaanzen Körper (außer durch`s Hirn ;)) und hört im re. großen Zeh auf.
Rollen sich mir die Fußnägel auf!!!
von Elisabeth Dinse:- Dokumentation anpassen- wo steht geschrieben, dass jede noch so kleine Handreichung mit vielen Worten dokumentiert werden muss, Wie oft wird was dokumentiert?
Nix dokumentiert = nix gearbeitet!
von Elisabeth Dinse:- Ohren zu, wenn moralischer Druck gemacht wird, nicht mehr alles auf sich persönlich beziehen
biste ne Kollegensau, faul, "un"flexibel, nicht belastbar, nicht tragbar für das Haus blabla blubbblub....
Und ganz besonders wichtig:
von Elisabeth Dinse:- Ideale an die Realität anpassen- man kann nur das machen, wofür die Zeit auch reicht. Prioritäten setzen und diese auch nicht immer wieder erweitern sondern bei einem einmal festgelegten Standpunkt bleiben.
Inkompetent, faul s. oben.

Wie wäre es wenn "Leitsätze", Leitwerke für "werteorientierte" Führung (s. Bsp.:Führungsmatrix: Verhaltensrepertoire | leitwerk
realistisch praktiziert würden?

Ein Besp. ist Transparenz und "wer" kontrolliert auf Stimmigkeit?
Wir wissen vieles nicht, Stellenschlüßel ect. und es wird bewusst gedeckelt. Oder dieser Schwachsinn, kommt jemand ins Altenheim ist schnell eine Pflegestufenerhöhung in Sicht (höhere Pflegestufe = mehr Personal), "durch"gewaschen ist schneller wie Anleitung zum waschen ect..
 
Fällt mir noch ein, Streik (mit oder ohne Gewerkschaften), ist auch (bewiesen) keine Lösung für die Pflege, weil (leider) keine "finanziellen" Einbußen für die Arbeitgeber.
 
Danke für die gute Zusammenfassung, warum es ist, wie es ist. Und damit können wir nun alle wieder dem nachgehen, wofür wir uns freiwillig- zu welchen Bedingungen auch immer- entschieden haben. Nebenbei- Jammern kostet nur unnötig Zeit und Kraft. Die sollten wir sinnvoller einsetzen bei der Arbeit. Damit lässt sich die eigene Arbeitskraft länger erhalten. Und wenn die dann aufgebraucht ist- der nächste steht vor der Tür.

Elisabeth
 
von Elisabeth Dinse: Die sollten wir sinnvoller einsetzen bei der Arbeit. Damit lässt sich die eigene Arbeitskraft länger erhalten. Und wenn die dann aufgebraucht ist- der nächste steht vor der Tür.
Traurig, aber war.
Solange unsere "fachlich" kompetenten "Pflege"arbeiten nicht als eigenständiger Beruf anerkannt und gewertschätzt wird, ist es wie es ist.
Ist schon seltsam, das höchste Gut, Gesundheit zu erlangen und zu erhalten hat keinen "Stellen"wert (Stellenschlüssel) im Gesundheitssystem.

Billig Ware Pflegepersonal, nur so wird Profit gemacht im Gesundheitssytem.

Da soll sich noch mal einer über Wulff aufregen, die moralischen Werte bestimmt die Gesellschaft und durch legitimes wegschauen, werden Werte erst zu Werten gemacht.

Zitat von Sven Kuntze aus dem Buch: Altern wie ein Gentelman:

Die Sache selbst muss auf den Prüfstand.
Jene Verhaltensweisen, die einst Voraussetzungen für eine erfolgreiche Karriere waren, wie Ehrgeiz, Rücksichtslosigkeit, Gefühlskälte, Opportunismus und Ränkeschmieden, tun im Alter keinen guten Dienst mehr.

Im Gegenteil, wer an ihnen festhält, wird bald allein auf der Parkbank sitzen.

Freilich, man kann das Kostüm seiner persönlichen Eigenschaften, die ehedem sichere Führer durch das Berufsleben gewesen waren, nicht wie ein Unterhamd auswechseln. Es bedarf einiger Anstrengungen. Die können wiederum zu schmerzlichen Einsichten und zur Wiederbelebung psychischer Ablagerungen und Erinnerungen führen, die man aus gutem Grund verdrängt hatte.
Denn manche Entscheidung, die einst respektabel begründet war, verliert nach Wiedervorlage im Alter viel von ihrem Glanz.
......
Stattdessen sollte man sich auf den christlichen Tugendkatalog besinnen und Hilfsbereitschaft, Mitleid, Offenheit, Milde und Ehrlichkeit pflegen.

Das ist der Stoff, von dem die Alten zehren. ...
Im Alter müssten manche von den jetzigen Generationchefs sehr, sehr einsam sein.

StimmenfürdiePflege: Da möchte ich ansetzten: lasst uns zu den schönen und unschönen Seiten der Pflege einen YouTube-Kurzfilm gestalten.
Kassenpat.-zimmer = Privatpat.zimmer, Personal auf "normaler" Station = Personal auf einer Privatstation, Pflegepersonalzimmer = PDL Zimmer = Arztzimmer = Chefarztzimmer = ärztlicher Direktorzimmer = Verwaltungschefzimmer. Auto von einer Pflegekraft = Auto von PDL = Auto vom Chefarzt = Auto vom Verwaltungschef. Wohnung/Haus von....., nur einen Tag (24 Stunden) Weihnachten mit Pflegekräften im Einsatz, zu Hause und das gleiche nochmal mit Chefarzt, mit Verwaltungschef....., einen "normalen" Arbeitstag.....

Unsere Arbeit wird nicht gesehen, wir sind zu "un"sichtbar, wir laufen von a nach b, "was" wir, wie, wo in welcher Zeit leisten ist nicht sichtbar.

Beispiel: Gebe ich dem Arzt keine Information über Pat., geht er erst gar nicht "zu" den Pat.. Ärzte halten sich an "schriftlichen" Befunden fest.
 
Hi,
danke für die Anregungen. Interessant, dass es Euch ähnlich ergangen ist. Wenn Ihr diese Situation kennt und damit unglücklich seid bzw. wenn ihr seht, dass Kollegen unglücklich damit sind, wollt Ihr denn nicht mit auf diesen YouTube-Film? Sicher, es gibt schon Filme zu diesem Thema. Ich würde das aber anders aufziehen, es würde mir in diesem Fall weniger um die Patienten gehen, weniger um die Abgrenzung zu den Medizinern, einzig und allein um Euch Pflegekräfte und Pflegefachkräfte! Eure Wünsche, Eure Sorgen, Eure Bedingungen für ein Pflege wie Ihr sie Euch wünscht! Und diesen Kurzfilm werden wir dann im Netz via YouTube, Facebook, Twitter und Co verbreiten, um dann noch mehr Interessenten zu gewinnen, die sich in diesen Kurzfilm einbringen wollen...

Ihr wärt der Ersten dieser Bewegung.
Schreibt mir.
Bitte.

Pfleger Patrick
 
Hallo, "ich" stehe nicht gerne im Rampenlicht (ich lasse mich schon nicht gerne fotographieren, brrrrr....) mit einem "wir" ginge es besser, für "unseren" Beruf trete ich gerne ein.

Mir ist noch eine Filmidee gekommen, kennst Du vielleicht diese Werbung wo eine ältere Dame Kindern vorliest und wie eine Pappwand das Bild zusammen klappt. Ohne Ehrenamtliche kein vorlesen ect.
Wie wäre es Stationen (Krhs. oder Altenheim ohne Pflegekräfte) zu zeigen? Ärzte vor den Papierhaufen, Ärzte holen sich ihre Pat. (aus dem Bett, ungewaschen zur Diagnostik ect.)
Nachts verweiste Stationen, ein Klingelbeleuchtungsmeer und keiner geht hin.....
 
Die Situation wurde schon zig mal- sogar von den öffentlich rechtlichen Medien- dargestellt.

Die ganze Energie, die da in einem neuen Filmchen verpulvert wird sollte man lieber dafür nutzen, sich AKTIV in einem der vielen Berufsverbände einzubringen. Ich kann nicht verstehen, warum so einige glauben als Einzelkämpfer etwas verändern zu können.

Elisabeth
 
Ah, Darstellungen von Berufsverbänden in den öffentlich rechtlichen Medien? Zur Werbung "für" den Berufsverband, "für die Pflegeberufe"?
Heiße Luft bei Streiks, weil kein wirkliches Druckmittel vorhanden. Was erreicht worden ist waren "immer" Kompromisse (mehr zu Gunsten der Arbeitgeber).

Was bist Du im Berufsverband, "zahlender Einzelkämpfer", weil aktiv biste am Arbeiten wie ein Sklave. Wo sind die Berufsverbände vor Ort, in den Häusern? Bei Vertragsaufsetzungen? Bei Gesprächen mit Leitungen? Bei den Krankenkassen, in der Politik???? Ohne die Berufsverbände wären wir zwar früher da gewesen wo wir jetzt sind, weil Probleme "Jahrzehnte" ver-/aufschoben, aber "nie" aufgehoben wurden.
 
Och Claudia- nur weil der Berufsverband net so funzt, wei du dir das vorstellst, muss er net schlecht sein.

Aber da du ja für Einzelkämpfer schwärmst... wo hat ein Einzelner in einer Demokratie die welt verändert? Wo kann ein Einzelkämpfer die Entscheidungen der gewählten Politiker des Landes außer Kraft setzen?

Ich habe den Eindruck, dass du von Verbandsarbeit und den realistischen Möglichkeiten desselben nur sehr, sehr , sehr wenig Ahnung hast- um mal net zu schreiben: gar keine.

Wenn du wissen willst, was ein starker Berufsverband erreichen kann... du kannst dich doch sicher (hoffentlich) noch an die Erfolge der finnischen Kollegen vor einigen Jahren erinnern. Aber auch in Deutschland funzt es, wenn man sich zusammentut- hier mit der Gewerkschaft... so geschehen im letzten Jahr in der Charité. Es geht durchaus, wenn man denn will. Nur leider wollen ca. 85% der Pflegekräfte nicht. Die wollen sich lieber als Einzelkämpfer á la John McClane beweisen.

Elisabeth
 
Die Chancen, etwas zu verändern und eine starke Lobby aufzubauen / zu erhalten, steigen, indem man sich in Berufsverbänden engagiert. Wichtigster und größter: DBfK. Mitglied werden!;). Kleine Initiativen sind zwar auch löblich, aber eben der sprichwörtliche Tropfen auf den heissen Stein. Der DBfK ist im DPR und vertritt Deutschland im ICN. Wenn überhaupt, bewegen wir doch nur etwas über Masse. Alles andere ist vertane Zeit. Leider.
 
Hallo Bjoernana,

ich würde demnächst nach Hannover kommen, wenn Du mir 10 Minuten "vertane Zeit" schenken würdest. Würdest Du denn persönlich und nicht nur anonym wie alle anderen hier für Deine Meinung einstehen?
Mehr brauchts nicht.
Das würde ich nur wenige Sekunden lang aufnehmen. (Wie wir das genau gestalten, ob als Einfrageninterview oder wortlos als Statement bleibt Dir überlassen).
Gruß
Pfleger Patrick
 
... Würdest Du denn persönlich und nicht nur anonym wie alle anderen hier für Deine Meinung einstehen? ...
Da dürfte schon dein anonymes Auftreten mehr als abschrecken.

Wer etwas verändern will muss wohl notgedrungen raus aus der Anonymität. Wer deis net will, dem sei nochmal die Mitgliedschaft in einem Verband, der Gewerrkschaft angeraten. Da ist es die "anonyme" Masse in der man untergehen kann und trotzdem etwas bewegt.

Aber wenn es nun unbedingt ein neues Filmchen sein soll, dass net nur bei Youtube von ein paar Wenigen angesehen wird- das bringt ja net den erwünschten Erfolg... Wende dich doch an die diversen öffentlich rechtlichen Sender. Die suchen immer wieder etwas zum Thema Pflegenotstand.

Elisabeth
 

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