Hallo,
Kinaesthetics baut auf kybernetisch-sytemtheoretischen Ansätzen auf und ist im Prinzip "eine Lebenseinstellung". Es geht- wie Du sagst- um wertfreies Beschreiben und ein humanes Miteinander in einer Wertschätzenden Umgebung.
Es ist schwer, dieses hier so zu schreiben....Kinaesthetics muss man in einem Umfeld mit anderen er- und gelebt haben.
Im Prinzip ist die grundlegende Aussage, dass "der andere immer Recht hat". Jeder Mensch handelt aufgrund seiner Wahrnehmung, welche anderen aber so direkt nicht zugänglich ist. Handlungen (und wirken diese auf mich im ersten Augenblick noch so "abstrus"), entspringen also einer eigenen "inneren Logik" des anderen Menschen und machen im speziellen Kontext des anderen Sinn.
Dir geht es jetzt darum, genau dieses auch "zu Leben".
Vielleicht ist ein Ansatzpunkt die Sprache- denn Sprache schafft Realität.
Es ist ein Unterschied, ob ich versuche den anderen zu korrigieren und "zurecht zu weisen" ("Du sollst nicht...", "Du tust immer..."), oder aber zu bschreiben, wie etwas auf Dich wirkt ("Mir geht es momentan mit xy nicht gut...", "Ich fühle mich verletzte ...", "Mir macht Sorge, dass....").
Wenn Du nicht den anderen korrigieren willst, dann hat dieser auch nicht das "Bedürfnis", sich zu verteidigen und zu schützen.
Alles was Du tust, ist über Deine Wahrnehmung und Deine Gefühle zu reden. Genau hier kan dann im Dialog angesetzt werden...das Gegenüber kann auf Deine Aussage reagieren.
Vielleicht wäre eine Ausbildung in systemischer Beratung etwas für Dich?
Wenn Du mehr über die Grundlagen und den Hintergrund lesen möchtest (Vorsicht: nicht immer leichte Kost)
Maturana, H.; Varela, F. (1990) Der Baum der Erkenntnis. Die biologischen Wurzeln des menschlichen Erkennens.
V. Förster, H. ; Pörksen, B. (2004) Wahrheit ist die Erfindung eines Lügners.
V. Förster, H. (1993) KybernEthik.