Suche Übungen für Körperwahrnehmung

fachpsycho

Newbie
Registriert
27.07.2005
Beiträge
4
Ort
Oster Schnatebüll
Beruf
Psychiatrie Fachpfleger
Akt. Einsatzbereich
Psychotherapie Station
Funktion
Stellvertretende Leitung
Moin Moin!!!
Ich bin dringend auf der Suche nach Übungen, die ich mit Patienten mit schweren Körperwahrnemungsstörungen machen kann. Hauptsächlich handelt es sich um Eßgestörte. Hat irgendjemand Tip`s oder eine Internetseite wo welche zu finden kann :gruebel:
Gruß´Micha
 
Schade, ich lese diesen Beitrag wohl nen bisschen zu spät, sonst hätte ich vielleicht ein paar nützliche Tipps gehabt.
Sollte es dich immernoch interessieren, dann erläutere die Eßstörungen mal genauer und ich werde versuchen, dir ein paar Tipps zu geben.

Es Grüßt Heide0901
 
Probier mal " Progressive Muskelentspannungen" ---> gibs kostenlos als CD von der Techniker Krankenkasse...
 
Hallo

Hey Hallo.
Danke für eure zuschriften. Es ist nicht zu spät. Ich habe schon bei mehreren Portalen die Frage reingeschrieben, aber leider keine Tipps bekommen.
Also: PME bieten wir schon an. Mir geht es eher um Übungen, die die Patieninnen selber machen können, um ihre Wahrnehmung, dem eigenen Körper gegenüber, zu stärken. Wir haben alle Essstörungen bei uns in Behandlung.
Das was ich ihnen schon zeige, sind Übungen mit einem Igelball. Aber das kann ja nicht alles sein. Über andere Vorschläge wäre ich euch sehr dankbar.
Gruß Micha
 
Um sie zu verstehen und ihre Essstörungen, mußt du versuchen sie nachzuempfinden.
Also, ich gehe davon aus, dass einige deiner Patienten auch gefüttert werden müssen.

1. Probiere dich mit einem Freund dabei, füttert euch gegenseitig, sagt euch, wie ihr es empfindet...

2. Laß den Patienten danach ganz deutlich das Besteck regieren, zieh es ihm nicht aus dem Mund, laß ihn dir zeigen, wann er es nicht mehr im Mund haben möchte, da ist erstmal egal, ob er das mit der Zunge, oder der Hand macht.

Du wirst merken, die Initiative steigt.

Bei allen Störungen mußt du immer versuchen, die Ursache zu verstehen, auch wenn das sau schwer ist. (entschuldige den ausdruck)

Igelball ist klasse, du kannst aber ihre Nerven in den Händen auch mit sanften Berührungen stimulieren, dadurch lösen sich die Patienten und du wirst neue Bewegungen entdecken.

Sei ihnen eine Stütze beim Führen vom Besteck, nehme ihnen keine Arbeit ab, hilf ihnen höchstens dabei, denn wenn sie merken, was du von ihnen willst, werden sie versuchen dir zu beweisen, dass sie es können.

Aller Anfang ist schwer, ich habe ein Jahr mit geistig Behinderten und psychisch Kranken gearbeitet, da habe ich einiges gesehen und gelernt.

Also, wenn du spezielle Fragen hast, lassen diese sich sicher besser beantworten.

LG
 
Hallo Heide,

nichts gegen deine Vorschläge, allerdings halte ich sie bei Essgestörten Frauen und Mädchen für eher kontraproduktiv. Essgestörte Frau sind alle in der Lage selbst zu essen, die muss man sicherlich nicht "füttern", dass Problem besteht darin, dass sie mit dem Essen kompensieren, d.h. entweder gar nichts essen (Anorexia Nervosa), unter Essattacken leiden, bei denen bis zu 20.000 kcal zu sich genommen werden und diese wieder erbrechen (Bulemia Nervosa) oder sich einfach zustopfen (Binge Eating).

Gerade bei den Essstörungen ist es von besonderer Wichtigkeit den Frauen wieder ein Gefühl zu ihrem Körper zu geben, damit sie dies wieder in Relation setzen können. Dabei ist es wichtig, dass die Betroffenen sich selbst ertragen. Dabei sind Vorschläge, wie Streicheln oder ähnliches eher deutlich zu vermeiden - die meisten Essgestörten Frauen vertragen noch nicht einmal die körperlichen Untersuchungen eines Arztes oder gar Berührungen durch ihre Sexualpartner.

Also Micha, dir ist ja bewußt, dass das meiste was bei den Frauen und Mädchen stattfindet, tatsächlich im Kopf passiert. Du kannst natürlich versuchen die Skills (siehe Borderline Behandlung) zur Sensibilsierung der Sinne zu verwenden, was gerade bei autoaggressiven Attacken als Intervention auch bei Essgestörten nicht unterschätzt werden darf. Es ist daher sinnvoll eher in das künstlerische zu gehen, d.h. die Patientinnen sollen sich selbst malen. Ihr Köperempfinden in einem Bild darstellen, wie sie sich selbst sehen.

Einige gute Hinweise zu Behandlung von Essgestörten finden sich bei Fairburn im Huber Verlag "Essattacken stoppen" und zu Körperbezogenen Interventionen bei Sauter/Abderhalden/Needham/Wolf - "Lehrbuch psychiatrische Pflege".

Cheers

Ingo
 
@Heide:

Ingo hat es ja schon sehr schön erklärt. Die Zielgruppe sind meistens Mädchen und junge Frauen ( 14-30 J.), welche an einer sog. Körperschemastörung leiden. Sie empfinden sich- obwohl sie z.B. bei einer Anorexia auf einer 15er BMI runtergehungert sind- als zu dick.
Es geht also nicht darum, das "Essen mit Messer und Gabel zu lernen" *g* sondern den eigenen Körper mit seinen Bedürfnissen ( Essen....) anzunehmen und langsam ein realistisches Körperbild aufzubauen.

Die Idee, den eigenen Körper zu malen finde ich gut.
Vielleicht können sich immer 2 Personen zusamentun....einer mal die Umrisse des anderen auf Packpapier. Danach bearbeitet jeder "seinen" Körper.

Mein Themen ist zur Zeit die Bewegungswahrnehmung .....mache eine Ausbildung zur Kinästhtiktrainerin und bin momentan im Praktikum beim Therapeutischen Reiten.
Letzteres ist auch bei Essstörungen indiziert. Allerdings sollte es schon von einem Reitpädagogen (DKThR) durchgeführt werden.
das sitzen auf dem Pferd verbessert das Körperschema und Körperbild und trägt so auch zu einer Stärkung des Selbstbewusstseins bei.

Ist so -wie gesagt- aber nicht von jedem umzusetzen....( hat ja auch nicht jeder mal eben ein Pferd auf Station *g*).

Falls Du mit dem Igelball arbeitetst.
Lass die Pat. sich zu zweit zusammentun. Eine legt sich auf den Boden, die andere geht - mit leichtem Druck und in kreisenden Bewegungen- mit dem Igelball das komplette Skelett ab. Also angefangen am Kopf, die WS runter, jede Rippe, Schulterblätter etc.
Durch den Druck auf die Knochen spürt man diese besser......und wird sich erstmal der eigenen Anatomie bewusst.

Wir machen das halt in der Trainerausbildung, um das Bewustsein für den Körper- später dann auch in der Bewegung- zu bekommen.
Weiss nicht, ob man das jetzt auch Therapeutisch in der Psychosomatik einsetzen kann.....


LG

Lillebrit
 
Danke für den Hinweis, deshalb habe ich aber auch darauf verwiesen, dass es besser ist, Hinweise zu der Eßstörung zu bekommen.
Es gibt die körperlichen, wie von mir beschrieben und die geistigen.
Ich habe auch einige Leute mit Eßstörungen kennengelernt, die sich psychisch abspielt, deshalb kam nach meinen Erläuterungen nochmals die Nachfrage nach speziellen Fällen, in denen man Tipps geben kann.

Tut mir leid für die falschen Ratschläge.
 
Manomann

Also erstmal Danke. Da sind einige gute hinweise dabei. Also mit den Skills aus dem DBT von Lineham arbeite ich teilweise, habe aber die erfahrung, das die Patientinnen dieses noch ablehnen, da sie sich oftmals am Anfang mit der auseinandersetzung befrinden, ob sie überhaupt essgestört sind. Werde mir aber die Unterlagen wieder raussuchen und nochmal reinlesen.
Hippotherapie hatten wir auch mal im Angebot, hat unser Arbeitgeber aber leider gestrichen, aus finanziellen Gründen, was ich sehr bedauer, da es bei den Schweren Fällen ( BMI von unter 14) richtig gut ankamm und erfolge erzielt hat.
Kann ich auch nur weiteremfehlen.
Ich werde mir mal dieses Buch anschauen, welches Ingo empfohlen hat.
Hey Heidi war trozdem nett gemeint :flowerpower: .
 

Ähnliche Themen