Link Pflege und Zeit - neuer Beitrag in der Pflegelounge

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Shiva1976

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15.12.2024
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6
Beruf
Pflegefachkraft
Akt. Einsatzbereich
Intensiv
Funktion
Pflegefachkraft

Neuer Artikel im Blog online.
 
Zitat:
„Die Macht der Entscheidung: Pflegekräfte als Zeitwächter
In der Pflege gibt es keine „Pause“-Taste. Aber Pflegekräfte haben etwas anderes: die Fähigkeit, die Zeit bewusst zu gestalten. Sie entscheiden täglich, was wichtig ist.“


Sorry - das ist leider nicht so.
Ja, es mag Bereiche geben, wo das so ist.
Aber gerade im größten und bedeutendsten Feld, in dem Pflegekräfte arbeiten - nämlich in der Klinik - ist es nicht so.
Es ist ein Skandal, aber Pflege ist immer noch großteils fremdbestimmt.
 
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Zitat:
„Die Macht der Entscheidung: Pflegekräfte als Zeitwächter
In der Pflege gibt es keine „Pause“-Taste. Aber Pflegekräfte haben etwas anderes: die Fähigkeit, die Zeit bewusst zu gestalten. Sie entscheiden täglich, was wichtig ist.“


Sorry - das ist leider nicht so.
Ja, es mag Bereiche geben, wo das so ist.
Aber gerade im größten und bedeutendsten Feld, in dem Pflegekräfte arbeiten - nämlich in der Klinik - ist es nicht so.
Es ist ein Skandal, aber Pflege ist immer noch großteils fremdbestimmt.
Vor allem fordern sie die Pause nicht ein.(zumindest in meinem Betrieb war es so und ich gehörte auch dazu. Ob es jetzt mit der vermehrten neuen Generation auch noch so ist - keine Ahnung)
 
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Vielen Dank für Ihre Gedanken und die ehrliche Rückmeldung. Sie sprechen einen wichtigen Punkt an, den viele in der Pflege bestätigen werden: Der Arbeitsalltag – besonders in Kliniken – ist oft fremdbestimmt, und Pflegekräfte arbeiten unter hohen organisatorischen und zeitlichen Zwängen. Das ist eine Realität, die nicht ignoriert werden darf und die dringend mehr Aufmerksamkeit und Verbesserungen benötigt.

Gleichzeitig möchte ich einen anderen Aspekt hervorheben: Pflege ist ein unglaublich vielfältiges Berufsfeld. Tatsächlich sind Pflegeheime und ambulante Dienste zahlenmäßig die größten Sektoren der Pflege, und dort gibt es oft etwas mehr Möglichkeiten, die Zeit zumindest teilweise selbst zu gestalten – sei es durch Priorisierung oder kreative Arbeitsorganisation.

Natürlich bleibt es auch unter schwierigen Bedingungen eine individuelle Entscheidung, wie jemand mit der gegebenen Zeit umgeht. Das bedeutet keinesfalls, dass die Umstände perfekt sind oder dass alle Herausforderungen durch persönliches Handeln gelöst werden könnten. Es soll vielmehr eine Ermutigung sein, auch in einem anspruchsvollen Arbeitsumfeld eigene Gestaltungsspielräume zu nutzen – so klein sie auch erscheinen mögen.

Mir ist bewusst, dass diese Perspektive vielleicht nicht überall zutrifft, und genau deshalb ist der Dialog darüber so wertvoll. Denn Pflege verdient in jedem Bereich Wertschätzung und Unterstützung.
 
Wenn man die Zahlen der Beschäftigten in der ambulanten Pflege (292.000) und in den stationären Pflegeeinrichtungen (509.000) zusammenzählt, ergibt das insgesamt 801.000 Beschäftigte. Das ist deutlich mehr als die 697.000 Beschäftigten in den Krankenhäusern.

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Tatsächlich sind Pflegeheime und ambulante Dienste zahlenmäßig die größten Sektoren der Pflege, und dort gibt es oft etwas mehr Möglichkeiten, die Zeit zumindest teilweise selbst zu gestalten – sei es durch Priorisierung oder kreative Arbeitsorganisation.
Zu dieser Behauptung würde ich sehr gerne die Meinung einer Pflegeperson hören, die tatsächlich in diesem Bereich tätig ist. Kommt eine von ihnen in dem Blogbeitrag zu Wort?
 
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Zu dieser Behauptung würde ich sehr gerne die Meinung einer Pflegeperson hören, die tatsächlich in diesem Bereich tätig ist. Kommt eine von ihnen in dem Blogbeitrag zu Wort?
Ich selbst habe in einer stationären Pflegeeinrichtung gearbeitet und bringe durch meine nebenberufliche Tätigkeit im betrieblichen Gesundheitsmanagement, die ich sowohl während als auch nach meinem Studium ausgeübt habe, fundierte Kenntnisse in Zeitmanagement und Prozessoptimierung mit.
Meiner Erfahrung nach können Pflegekräfte in stationären Pflegeeinrichtungen ihre Zeit etwas besser einteilen, da die Arbeitsabläufe planbarer sind als im Krankenhaus. Der Pflegebedarf der Bewohner bleibt oft über einen längeren Zeitraum stabil, und der Tagesablauf folgt festen Routinen, z. B. für Mahlzeiten, Medikation und Freizeit/Betreuung. Im Krankenhaus hingegen sorgen akute Notfälle, Diagnostik, Komplikationen und der schnelle Wechsel von Patienten für ein eher unvorhersehbares Arbeitsumfeld, was Planung erschwert.
 
Das stimmt. Dafür ist das zahlenmäßige Verhältnis Pflegebedürftige zu Pflegende schlechter. Und der Anteil an dementen oder desorientierten Menschen wird höher sein.
 
Da haben Sie absolut recht, der Pflegeschlüssel ist in Pflegeeinrichtungen oft eine Herausforderung, und der Umgang mit dementen oder desorientierten Menschen erfordert viel Geduld und Fachwissen. Gleichzeitig bietet die langfristige Pflege aber auch die Chance, eine bessere Beziehung zu den Bewohnern aufzubauen, was ich als sehr bereichernd empfinde und die Pflege zumindest in Teilen besser planbar macht.
 
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Hallo zusammen,
bitte seid so nett und führt die Diskussion auf der Seite von Shiva1976 weiter.

Ich schließe daher diesen Thread hier.
 
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